Prozess auf unbestimmte Zeit vertagt. Der Prozess am Arbeits- und Sozialgericht Wr. Neustadt um die Entlassung des Ex-Geschäftsführers der KRAGES (Burgenländische Krankenanstalten-Gesellschaft m.b.H.), Rene Schnedl, ist am Montag auf unbestimmte Zeit vertagt worden. Die Richterin habe einen Sachverständigen zur Erstellung eines Gutachtens bezüglich der Datenlöschung bestellt, berichtete Schnedls Rechtsanwältin Gerda Mahler-Hutter.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 22. Januar 2018 (17:31)
René Schnedl
Wolfgang Millendorfer

Bei der Verhandlung erfolgte die Einvernahme von acht Zeugen. Darunter befand sich auch der ehemalige Leiter der Rechtsabteilung der KRAGES, der bereits zum zweiten Mal beim Prozess aussagte. Die jetzigen Arbeitgeber Schnedls waren ebenfalls geladen.

Die Lebensgefährtin des Ex-Geschäftsführers wurde unter anderem zu den Beratungsleistungen durch den Ex-Chefjuristen der KRAGES befragt, sie konnte jedoch nur wenig Auskunft geben. Der Tag der Entlassung - damals tauchten zwei Vertreter der KRAGES bei Schnedls Haus auf - kam ebenfalls zur Sprache. Der Vorfall habe den ältesten Sohn sehr beschäftigt, auch im Kindergarten sei es lange Thema gewesen, berichtete die Lebensgefährtin.

Sie selbst sei von Kollegen auf die Causa angesprochen worden. Ihr Lebensgefährte sei "durch den Schmutz" gezogen worden, was ihn sehr mitgenommen habe. Die Geschichte sei "nicht spurlos an uns vorbeigegangen - bei Gott nicht", sagte die 38-Jährige. Die Rechtsvertretung der KRAGES wandte daraufhin ein, dass Schnedl selbst die Medien mit Informationen "gefüttert" habe, er habe auch als einziger Interviews zu der Causa gegeben.

Beim nächsten Verhandlungstermin stehen laut Mahler-Hutter das Gutachten des Sachverständigen sowie die ergänzende Einvernahme von Schnedl an. Sie schätzte, dass der Prozess im April fortgesetzt wird.