Krokodil als Nachbar: Anrainer in Sorge. Man lebe bereits in Angst vor dem gefährlichen Tier, so Anwohnerin. Behörde setzte Nachfrist für tiergerechte Haltung bis 30. Juni.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 07. Juni 2017 (06:48)
Ungewöhnliches Haustier: In Lackenbach wird ein 1,50 Meter großer Kaiman als Haustier gehalten. Bei den Anrainern stößt dies auf heftigen Unmut.
Shutterstock/Maxim Petrichuk

Ein Brillenkaiman (Krokodil), Riesenschlangen und andere Reptilien, die als Haustiere gehalten werden, sorgen in Lackenbach für Unmut in der Nachbarschaft. „Die Anwohner leben bereits in Angst vor den gefährlichen Tieren, die sicherheitspolizeilich nicht entsprechend untergebracht sind und auch nicht artgerecht gehalten werden“, heißt es in einem Schreiben an die BVZ.

„Die zuständigen Behörden wissen davon seit mindestes einem halben Jahr“, sieht eine Anrainerin Handlungsbedarf bei Bezirkshauptmannschaft und Gemeinde.

Bei Anzeige werde erst eine Begehung durchgeführt

Vonseiten der Bezirkshauptmannschaft heißt es, dass die Sachlage bekannt sei und dass man auch bereits mehrfach Kontakt mit dem betreffenden Tierhalter gehabt hätte sowie vor Ort gewesen sei. Ganz prinzipiell werde bei einer Anzeige erst eine Begehung durchgeführt. „Es wird informiert, was der Halter einzuhalten hat und welche Regeln es gibt, und dann gibt es eine Nachfrist, um einen rechtmäßigen Zustand herzustellen“, so Bezirkshauptmann Klaus Trummer.

Im konkreten Fall habe man auch mehrfach auf die Tierschutzbestimmungen hingewiesen und eine Frist bis zum 30. Juni gesetzt. Amtstierärztin Yvonne Millard meint dazu: „Es ist davon auszugehen, dass der Kaiman bis 30. Juni zu entfernen ist, da der Halter die Tierschutzbestimmungen aus baulichen Gründen nicht erfüllen können wird.“ Die anderen Bestimmungen habe er aber erfüllt.

Man habe auch versucht, einen anderen Platz für den Kaimain zu finden, dies sei aber schwierig, da es sich um einen männlichen Kaiman handelt, der auch einen territorialen Instinkt habe. Ganz prinzipiell meint Bezirkshauptmann Klaus Trummer: „Wir versuchen, innerhalb der Möglichkeiten, die wir haben, auch entsprechend vorzugehen“, so Trummer. Der Sicherheitsaspekt sei allerdings im Landespolizeistrafgesetz geregelt, und damit Sache der Gemeinde.

Bürgermeister Christian Weninger meint auf Anfrage der BVZ, dass die Gemeinde in dieser Causa schon seit einem halben Jahr kämpft und es einen nachweislichen Schriftverkehr mit dem Tierbesitzer, dem Vermieter und der Bezirkshauptmannschaft gibt. „Wir haben unsere rechtlichen Möglichkeiten ausgeschöpft“, erklärt Weninger.

Nachdem die Haltung des Kaimans bei der Gemeinde nicht gemeldet worden sei (siehe gesetzliche Bestimmungen unten), habe man, nachdem man davon Kenntnis erlangt habe, eine Anzeige bei der Bezirkshauptmannschaft eingebracht.