Tiroler FPÖ-Parteitag mit Abwerzger-Wiederwahl begonnen. Im Congresspark in Innsbruck-Igls hat am frühen Freitagabend der 32. Ordentliche Landesparteitag der Tiroler FPÖ begonnen.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 12. April 2019 (19:56)
Tiroler FPÖ-Chef Markus Abwerzger
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Parteichef Markus Abwerzger seit 2013 an der Spitze der Tiroler Freiheitlichen, stellt sich dabei zum zweiten Mal der Wiederwahl. Bei seiner letzten Bestätigung im Jahr 2016 war er auf 91 Prozent der Delegiertenstimmen gekommen.

Auch Bundesparteichef Vizekanzler Heinz-Christian Strache nimmt am Parteitag der Tiroler Freiheitlichen teil. Der Vizekanzler wird nach Abwerzger zu den rund 300 erschienenen Delegierten sprechen.

Abwerzger schloss in seiner Rede eine Koalition mit einer ÖVP unter LH Günther Platter aus. Mit "Herrschaften" wie Platter, AK-Präsident Erwin Zangerl und Landesrätin Beate Palfrader werde es auch nach der nächsten Landtagswahl 2023 keine Zusammenarbeit geben, erklärte Abwerzger.

"Ich will keine Verplatterung Tirols", rief Abwerzger den Delegierten zu und sah die Volkspartei in Tirol in einen türkisen und einen schwarzen Teil gespalten. Zu zweiterem Teil würden vor allem Zangerl und Palfrader gehören.

Platters Politik bestehe nur aus Stehsätzen, griff der FPÖ-Chef den Landeshauptmann frontal an. "Die ÖVP in Tirol verfolgt einen von der Wiege bis ins Grab", kritisierte Abwerzger. Er stehe jedenfalls nicht als "billiger Mehrheitsbeschaffer für die Machtsättigung einer unersättlichen ÖVP zur Verfügung". Die FPÖ müsse bei der nächsten Landtagswahl an die 20 Prozent einfahren und die ÖVP gleichzeitig unter 40 Prozent fallen, nur dann könne die schwarze Allmacht gebrochen werden.

Die Landespartei sah Abwerzger voll auf Kurs. Die Tiroler FPÖ sei seit seinem Amtsantritt 2013 eine "Erfolgsgeschichte". Allein an Mitgliedern habe man um die Hälfte zugelegt - auf 6.500.

Voll des Lobes zeigte sich Abwerzger über die Arbeit der türkis-blauen Bundesregierung. Demonstratives Lob gab es für Innenminister Herbert Kickl, den "besten Innenminister der Zweiten Republik". Der Tiroler FPÖ-Chef forderte die Delegierten gar zu einem spontanen Applaus für Kickl auf - schließlich laufe ein Livestream vom Parteitag. "Vielleicht schaut der Herbert ja zu", meinte Abwerzger. Aber auch auf Strache vergaß Tirols oberster Blauer nicht: "Du bist der wichtigste Mann für die FPÖ".

Abwerzger hatte im Vorfeld zumindest über 85 Prozent an Zustimmung als Wahlziel ausgegeben. Der 43-jährige Rechtsanwalt hatte die Partei nach dem schlechten Abschneiden bei der Landtagswahl im Jahr 2013 vom damaligen Obmann und jetzigen Nationalratsabgeordneten Gerald Hauser übernommen. Bei der Landtagswahl im vergangenen Februar, seinem ersten Antreten als Spitzenkandidat, fuhr der gebürtige Vorarlberger, wenn auch von einem niedrigen Niveau ausgehend, einen Erfolg ein: Die Tiroler Freiheitlichen legten um 6,19 Prozent auf 15,53 Prozent zu. Für eine Regierungsbeteiligung reichte es allerdings nicht, da sich ÖVP-Landeshauptmann Günther Platter für eine Fortsetzung der schwarz-grünen Koalition entschied.