Ryanair sagt wegen Streiks 190 Flüge für Freitag ab. Der Billigflieger Ryanair, in Österreich zu 75 Prozent an Laudamotion beteiligt, hat für Freitag rund 190 Flüge abgesagt. Wegen der zusätzlichen Teilnahme der deutschen Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) an einem europäischen Streik sollen weitere 35 bis 45 Flüge von und nach Deutschland ausfallen, erklärte Marketing-Chef Kenny Jacobs am Donnerstag in Dublin.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 27. September 2018 (15:09)
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Ryanair-Piloten beteiligen sich an einem Streik

Das wären nur rund zehn Prozent des geplanten Programms. Wegen der angekündigten Streiks in anderen europäischen Ländern hatte Ryanair schon 150 von 2.400 Europaflügen abgesagt.

Der irische Billigflieger erklärte zum bevorstehenden Streik, die betroffenen Passagiere würden informiert. Ryanair rechnet auch damit, dass sich die deutsche Kabinengewerkschaft Verdi an dem Ausstand beteiligen wird. Es sei zu mehreren Kundgebungen aufgerufen worden, erklärte Ryanair-Organisationschef Peter Bellew. Verdi wollte sich erst im Laufe des Tages zu weiteren Maßnahmen äußern.

Nach mehreren regionalen Auseinandersetzungen ist für Freitag der zweite pan-europäische und gemeinsam von Piloten und Flugbegleitern ausgeführte Streik gegen die irische Billigfluggesellschaft geplant. Beteiligt sind Beschäftigte aus Spanien, Portugal, Belgien, Italien, den Niederlanden und Deutschland. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben eine Wettbewerbsbeschwerde bei der Europäischen Union eingelegt, weil sie hinter den europaweiten Absprachen Personal verschiedener Konkurrenz-Airlines vermutet.

Von der Beteiligung der VC am Streik sei man überrascht und enttäuscht, betonten die Ryanair-Manager. Noch am Dienstag habe man in den Verhandlungen große Fortschritte gemacht und etwa akzeptiert, einen deutschen Staatsbürger als Schlichter zu berufen. Ryanair drückt nach eigenen Angaben aufs Tempo. Die Schlichtung könne in fünf bis sechs Wochen abgeschlossen sein, sodass man bis Jahresende Mantel- und Gehaltstarifverträge abschließen könne, sagte Bellew.

Ryanair sieht sich seit Jahresbeginn wiederholten und teils koordinierten Streiks von Piloten und Flugbegleitern in mehreren europäischen Ländern ausgesetzt. Das Personal will höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen nach jeweiligem nationalem Recht erreichen.

Ryanair riskiert aus Sicht von Gewerkschaften durch die Absage zu weniger Flüge beim europäischen Streik am Freitag ein Luftverkehrs-Chaos. "Indem es angesichts des morgigen Streiks nicht genügend Flüge annulliert, verhält sich Ryanair unverantwortlich und riskiert Spannungen und Unsicherheiten für Flughafenmitarbeiter, eigene Beschäftigte und Passagiere", erklärte die belgische Gewerkschaft CNE am Donnerstag.

Am Flughafen Charleroi nahe der belgischen Hauptstadt Brüssel etwa drohe angesichts von bis zu 20.000 erwarteten Passagieren Unruhe. Wegen des angekündigten Ausstands von Beschäftigten in Spanien, Portugal, Belgien, Italien und den Niederlanden hatte die Airline bereits 150 von 2.400 Europa-Flügen abgesagt. Wegen der zusätzlichen Teilnahme der deutschen Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) sollen weitere 35 bis 45 Flüge von und nach Deutschland ausfallen.

Auch Laudamotion-Flüge fallen aus

Es fallen  auch Flüge von Ryanair-Maschinen aus, die für die Österreich-Tochter Laudamotion in Deutschland im Einsatz sind.

Wie Laudamotion am Donnerstagnachmittag mitteilte, müssen aufgrund des kurzfristig angekündigten Streiks der deutschen Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit morgen, Freitag, insgesamt 8 Flüge aus und nach Deutschland aus dem Flugangebot genommen werden. Diese Flüge werden von Ryanair im Auftrag von Laudamotion durchgeführt.

Alle betroffenen Kunden seien per E-Mail und SMS benachrichtigt und über den Umgang mit Flugannullierungen bzw. Rückerstattungen informiert worden.

Flüge aus Österreich sind von diesem Streik nicht betroffen.