Polizei nahm fast 500 Klimaschützer in London fest. Die britische Polizei hat in vier Tagen fast 500 Umweltaktivisten in London festgenommen. Sie waren einem Aufruf der Bewegung Extinction Rebellion (Rebellion gegen die Auslöschung) gefolgt, unter anderem mit Sitzblockaden auf Straßen und Brücken für mehr Klimaschutz zu demonstrieren. "Wir haben etwa 460 Personen festgesetzt", sagte ein Sprecher von Scotland Yard am Donnerstagnachmittag.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 18. April 2019 (18:12)
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Demonstranten klebten sich an den Gartenzaun am Grundstück von Corbyn

Eine Drohung der Umweltaktivisten, an diesem Freitag den Betrieb des Londoner Großflughafens Heathrow zu stören, versetzte den Airport in Alarmbereitschaft. "Wir respektieren das Recht auf friedlichen Protest und stimmen zu, dass man etwas gegen den Klimawandel tun muss, aber wir stimmen nicht zu, dass die wohlverdienten Osterferien von Passagieren mit ihrer Familie und Freunden unterbrochen werden sollten", sagte ein Flughafensprecher.

Drei Personen hatten am Mittwoch den öffentlichen Nahverkehr gestört, indem sie sich mit einer speziellen Substanz von außen an einen Zug geklebt hatten. Es kam aber nur zu geringfügigen Verspätungen. Weitere Demonstranten hatten sich an einen Gartenzaun am Grundstück von Oppositionsführer Jeremy Corbyn in der Hauptstadt geklebt.

Nach Angaben von Innenminister Sajid Javid sind mehr als 1.000 Polizisten pro Tag mit den Demonstranten beschäftigt. Die internationale Bewegung, die auch von der britischen Schauspielerin Emma Thompson unterstützt wird, will die Risiken des Klimawandels minimieren und den ökologischen Kollaps verhindern. Auch in Berlin hatten Umweltschützer zu Wochenbeginn demonstriert.

Die Aktivisten setzen auf friedliche Aktionen, die von der Öffentlichkeit unterstützt werden. Nach einer YouGov-Umfrage ist ihnen das allerdings in der britischen Hauptstadt nicht gelungen: Nur 36 Prozent von 3.561 befragten Briten heißen die Proteste gut, 52 Prozent lehnen sie mehr oder weniger ab.