Suche nach 43-Jährigen fortgesetzt. Nach dem tödlichen Lawinenabgang am Samstag in den Ammergauer Alpen in Grenznähe zu Tirol galt ein 43-jähriger Deutscher weiter als vermisst.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 24. Februar 2019 (12:26)
APA (Gruber)
Die Suchaktion musste am Sonntag abgebrochen werden

Die Einsatzleitung entschied am Sonntagvormittag, nach einer Beurteilung der Situation vor Ort, die Suche fortzusetzen, teilte die deutsche Polizei mit. Sie wies aber auch auf die erhebliche Gefahr hin, die mit der Suchaktion verbunden ist.

Der relevante Suchbereich befinde sich in einem sehr lawinengefährdeten Gebiet, weitere Lawinenabgänge seien nicht ausgeschlossen, hieß es. Dennoch wurden acht Polizeibergführer der bayerischen Alpinen Einsatzgruppen und ein Alpinbeamter der österreichischen Polizei in Reutte in den Lawinenbereich geflogen.

Nun gehe es darum, ausgesuchte Bereiche des Lawinenkegels mit Verschüttetensuchgeräten zu scannen. Die Einsatzkräfte hofften, auf diese Weise ein Signal vom Gerät des Vermissten auffangen zu können. Wie lange die Suche andauern wird, war vorerst offen.

Informationen der Exekutive zufolge war am Samstag eine sechsköpfige Skitourengruppe an der Schäferblasse (1.764 Meter hoch) im Gemeindegebiet von Schwangau (Landkreis Ostallgäu) unterwegs, als sich um 14.20 Uhr unterhalb des Gipfels eine Lawine löste, die sich in drei Arme aufteilte. Einer davon erfasste und verschüttete die sechs Tourengeher, fünf wurden noch am Samstag von den Einsatzkräften geborgen.

Für einen 42-Jährigen kam jede Hilfe zu spät, ein 37-Jähriger zog sich schwere, aber keine lebensgefährlichen Verletzungen zu. Der 43-Jährige gilt noch als vermisst. Die drei Wintersportler stammen aus Bayern. Ihre anderen drei Begleiter blieben unverletzt, sie wurden unmittelbar nach ihrer Bergung aus dem Gefahrengebiet geflogen.

Die Suchaktion am Samstag ging von österreichischer Seite aus, weil man zunächst irrtümlich angenommen hatte, dass die Lawinen auf Tiroler Gebiet abgegangen waren. Dabei gestaltete sich der Einsatz als außerordentlich schwierig, da die Unglücksstelle von Tirol aus aufgrund von Lawinengefahr nicht auf dem Straßenweg erreichbar war. Rund 70 Einsatzkräfte der Bergrettung sowie Mitglieder der Lawinenhundestaffel und der Alpinpolizei wurden von sechs Helikoptern zu den Lawinenkegeln geflogen.