Polizei identifizierte Attentäter von Anschlag. Nach dem Terroranschlag von London hat die Polizei nach eigenen Angaben die drei Attentäter identifiziert. Die Namen würden veröffentlicht, "sobald es die Ermittlungen erlauben", teilte die Londoner Polizei mit. Jetzt gehe es darum herauszufinden, ob die Männer weitere Helfer bei der Planung des Anschlags gehabt hätten, sagte Polizeichefin Cressida Dick. Zuvor hatte sich der IS zu der Tat bekannt.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 05. Juni 2017 (10:29)
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In London gedenkt man der Todesopfer

Die Angreifer selbst waren nach ihrem Angriff von der Polizei erschossen worden. Drei Terroristen hatten am Samstagabend auf der London Bridge und am nahen Borough Market mindestens sieben Menschen getötet. Am Sonntag teilten die Gesundheitsbehörden mit, dass noch 36 Verletzte im Krankenhaus behandelt würden. 21 von ihnen schwebten demnach in Lebensgefahr.

Laut dem deutschen Innenminister Thomas de Maiziere wurden auch zwei Deutsche verletzt, einer von ihnen schwer. Frankreichs Außenminister Jean-Yves Le Drian will am Montag nach London reisen, um dort Angehörige der französischen Opfer des Anschlags zu treffen, wie aus seinem Umfeld verlautete. Unter den sieben Todesopfern ist auch ein Franzose, ein weiterer wird noch vermisst. Der kanadische Premierminister Justin Trudeau erklärte in Ottawa, es gebe auch ein kanadisches Todesopfer. Nach derzeitigen Informationen sind keine Österreicher unter den Opfern.

Augenzeugen berichteten, die Angreifer hätten "Das ist für Allah" gerufen. Acht Minuten nach dem ersten Notruf erschossen Polizisten die drei Männer, die Sprengstoffattrappen trugen. Acht Polizeibeamte hätten die "beispiellose" Zahl von 50 Schüssen auf die drei Angreifer abgegeben, teilte Mark Rowley von der Londoner Polizei mit. Dabei habe auch ein Unbeteiligter eine Schusswunde erlitten.

Nur Stunden nach dem Anschlag rückten Einsatzkräfte zu Razzien im multi-ethnischen Viertel Barking im Osten Londons aus. Dabei wurden sieben Frauen und fünf Männer im Alter zwischen 19 und 60 Jahren festgenommen. Einer der Festgenommenen, ein 55-jähriger Mann, wurde später wieder freigelassen.

Premierministerin Theresa May kündigte nach einer Sitzung des Sicherheitskabinetts in London neue Anti-Terror-Maßnahmen an, darunter ein entschlosseneres Vorgehen gegen islamistische Propaganda im Internet und härtere Strafen für Terrordelikte.

Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) hatte den Terroranschlag in London für sich reklamiert. Kämpfer des Islamischen Staates hätten die Tat ausgeführt, teilte das IS-Sprachrohr Amaq am Sonntagabend im Internet mit. Die Nachricht des IS-Sprachrohs Amaq konnte zunächst nicht auf Echtheit überprüft werden.

Am Montag meldete die britische Polizei weitere Festnahmen. Bei Razzien in den frühen Morgenstunden seien am Montag im Osten von London "mehrere Menschen" festgenommen worden. Anti-Terror-Einheiten hätten dort zwei Immobilien durchsucht. Die Ermittlungen würden weiterlaufen, gab die Polizei bekannt. Zuletzt hatte sie von bisher zwölf Festnahmen gesprochen. Demzufolge befanden sich noch sieben Frauen und vier Männer in Gewahrsam, nachdem ein Mann auf freien Fuß gesetzt worden war.