Schießerei in Belgien könnte Terror-Hintergrund haben. Ein mutmaßlicher Terrorist hat am Dienstag im belgischen Lüttich drei Menschen erschossen, bevor er selbst von Sicherheitskräften getötet wurde. Die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft übernahm die Ermittlungen. Es gebe Elemente, die auf eine terroristische Tat schließen ließen, hieß es. Bei den Toten handelt es sich neben dem Täter um zwei Polizistinnen und einen Autofahrer.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 29. Mai 2018 (16:16)

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatte der Mann zunächst zwei Polizistinnen mit einem Messer angegriffen und ihnen ihre Pistolen gestohlen. Damit erschoss er die beiden Frauen sowie einen jungen Autofahrer. Der Schütze sei anschließend geflohen und habe die Putzfrau einer Schule als Geisel genommen.

Eine Spezialeinheit habe den Mann letztlich erschossen, zuvor habe der Täter aber einige Polizisten mit Schüssen an den Beinen verletzen können. Die Schüler des Gymnasiums seien in Sicherheit, erklärte der Bürgermeister von Lüttich, Willy Demeyer.

Nach Informationen des öffentlich-rechtlichen Fernsehsenders RTBF war der Angreifer erst tags zuvor aus der Haft entlassen worden. Demnach sei er der Polizei nicht als "radikalisiert" bekannt gewesen.

Der belgische Innenminister Jan Jambon schrieb im Kurznachrichtendienst Twitter, das nationale Krisenzentrum prüfe die Situation. Das Krisenzentrum erklärte, die Terror-Warnstufe im Land bleibe auf der zweitniedrigsten Stufe. "Im Moment ändert sich nichts", sagte ein Sprecher laut Belga.

"Es ist wahrscheinlich zu früh, um sich zu äußern, aber ich wollte unseren belgischen Nachbarn hier das ganze Beileid und die Solidarität des französischen Volkes übermitteln", sagte Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron.

Belgien war in der Vergangenheit das Ziel mehrerer terroristischer Attacken. Bei der schwersten davon töteten islamistische Extremisten in Brüssel am 22. März 2016 in der Metro sowie am Flughafen 32 Menschen. Die Terrorwarnstufe wurde erst vor einiger Zeit wieder auf Stufe zwei herabgesetzt, ein Anschlag gilt demnach als "wenig wahrscheinlich". Behörden, Medien und Bürger sind jedoch nach wie vor sensibilisiert. Die höchste Terrorstufe liegt bei vier.