Oberwart

Erstellt am 12. Januar 2017, 18:25

von Michael Pekovics

Mehr Uhudler für Alle. Der Ausweitung des Auspflanzgebiets steht nichts im Wege, insgesamt könnten theoretisch 150 Hektar zusätzliche Flächen zu den derzeit circa 65 Hektar dazukommen.

Setzen voll auf Uhudler. Verena Dunst und Nicole Wild (v.l.).  |  BVZ

Mit der Übernahme der Sorten Delaware, Elvira, Ripatella und Concorde in die Weinbauverordnung stehen Uhudlerwinzern künftig auch all jene Möglichkeiten zu, die Weinbauern bisher schon hatten. Das reicht von möglichen Investitionsförderungen über Versicherungen bis hin zu Serviceleistungen der Landwirtschafskammer und des Weinbauverbandes.

„Bisher waren Uhudlerwinzer von all dem ausgenommen, das hat sich nun geändert“, gab Landesrätin Verena Dunst in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bezirkshauptfrau Nicole Wild in Güssing bekannt. „Jetzt passen die rechtlichen Rahmenbedingungen, der Uhudler wird 2017 voll durchstarten“, ist Dunst überzeugt.

„Pflanzt mehr Uhudler aus, wir brauchen ihn“

Eine weitere Folge der Übernahme in die Weinbauverordnung ist die Möglichkeit, neue Uhudlerrebstöcke auspflanzen zu können. Offiziell gibt es derzeit rund 50 Hektar Anbaufläche, inoffiziell wird von 65 ausgegangen, in Wahrheit dürften es aber noch viel mehr sein. Für Dunst, die den Uhudler aus der Illegalität geholt hat, aber immer noch zuwenig: „Die Nachfrage ist ungebrochen hoch und wird weiter steigen, einige Uhudler-Start Ups stehen bereits in den Startlöchern, der Ernteausfall von 2016 ist zudem auch noch spürbar“, sagt Dunst und appelliert: „Wir brauchen mehr Uhudler und es gibt soviel ungenutzte mögliche Anbaufläche – pflanzen wir mehr aus!“

Anträge dafür können von 15. Jänner bis 15. Feber auf der Bezirkshauptmannschaft Güssing eingereicht werden, dort gibt es auch alle notwendigen Informationen. So können etwa alte Pflanzrechte noch bis 2020 umgewandelt werden.

Insgesamt können im Burgenland 2017 rund 150 Hektar Wein neu ausgepflanzt werden. Burgenlandweit bewirtschaften Weinbauern derzeit eine Fläche von rund 12.000 Hektar – der Uhudler hat da also vergleichsweise noch jede Menge Aufholbedarf.