Europol warnt vor zunehmender Nutzung gefälschter Pässe. Die europäische Polizeibehörde Europol hat vor der zunehmenden Nutzung von gefälschten Pässen durch Kriminelle gewarnt.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 22. Februar 2017 (17:25)
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"Das Geschäft wächst weiterhin", sagte der Leiter des Europäischen Zentrums zur Bekämpfung der Migrantenschleusung, Robert Crepinko, der Tageszeitung "Welt". Die Zahl der gefälschten Dokumente nehme zu.

Derartige Pässe würden insbesondere dann genutzt, wenn Migranten in Europa angekommen seien. Wer einen sehr gut gefälschten Ausweis besitze, habe gute Chancen, "durch Polizeikontrollen zu kommen oder sich sogar unentdeckt per Flugzeug innerhalb Europas zu bewegen", sagte Crepinko. Kriminelle versuchten auf diese Weise, vom Radar der Sicherheitsbehörden zu verschwinden.

Im vergangenen Jahr sei es Europol gelungen, mehrere Fälscherwerkstätten auszuheben, unter anderem in Griechenland. "Oftmals haben wir es mit gut organisierten Netzwerken zu tun, die sich über mehrere Länder strecken", sagte Crepinko.

Er warnte zudem vor einer möglichen Anschlagsgefahr, die von Migranten aus Libyen ausgehen könnte. "Aufgrund des staatlichen Versagens in Libyen und weil sich dort verschiedene und auch islamistische Milizen ausbreiten, müssen wir auch in Europa besonders wachsam sein", sagte Crepinko. Eine Europol-Analyse war im Dezember zu dem Schluss gekommen, dass Libyen zum neuen Sprungbrett für die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) nach Europa werden könnte.

Das bei Europol in Den Haag angesiedelte Europäische Zentrum für Migrantenschleusung war vor einem Jahr eröffnet worden. Es soll die Mitgliedstaaten der Europäischen Union dabei unterstützen, organisierte Schleusernetze aufzudecken und zu bekämpfen.