Erstellt am 19. Januar 2017, 10:02

von APA Red

Lawine verschüttete Hotel - Mehrere Tote. In Farindola am Gran-Sasso-Massiv in der mittelitalienischen Bergregion Abruzzen sind mehrere Menschen ums Leben gekommen, nachdem eine Lawine ein Hotel mit 27 Personen verschüttet hat, berichtete die Nachrichtenagentur ANSA.

Die Rettungsaktion wurde von einem Schneesturm erschwert  |  APA (AFP)

Mehrere Personen seien verletzt, erklärte der Präsident der Provinz Pescara, wo das Hotel Rigopiano steht.

Die Rettungsmannschaften arbeiten unter schwersten Bedingungen an der Bergung der Verschütteten. Zwei Menschen wurden bisher gerettet, einer davon war schwer unterkühlt. Der Verletzte wurde per Hubschrauber ins Krankenhaus der Adria-Stadt Pescara geflogen. Er sei zwar schwer mitgenommen, jedoch nicht in Lebensgefahr, berichteten italienische Medien. In der Ortschaft Penne am Fuße des Gran-Sasso-Massivs wurden Angehörige der Hotelgäste erwartet.

Das Hotel sei komplett verschüttet. "Wir rufen, doch wir bekommen keine Antwort", berichtete ein Mitglied eines der Rettungsteams, die in der Nacht auf Donnerstag nach einem stundenlangen Weg auf Skiern das Hotel erreicht hatten. Rettungswagen steckten wegen des hohen Schnees neun Kilometer vom Unglücksort entfernt fest.

Das Gebäude war von einer Lawine verschüttet worden, die sich am Mittwoch gegen 14.00 Uhr nach einem Erdbeben mit der Stärke 5 losgelöst hatte. 22 Gäste und fünf Mitglieder des Personals befanden sich zum Zeitpunkt des Unglücks in dem Hotel. Die Lawine sei riesig gewesen, berichteten die Rettungseinheiten laut italienischen Medien. "Dieses Drama ist eine tragische Kombination aus Erdbeben und Lawine", kommentierte ein Helfer.

In der Gegend sei die Gefahr weiterer Lawinen groß. Die Rettungsmannschaften konnten sich nur mit Skiern dem Hotel nähern. Ihre Arbeit wurde durch einen Schneesturm erschwert. Die Gegend wird schon seit Tagen von heftigen Schneefällen heimgesucht.

Am Mittwoch hatten vier schwere Erdstöße innerhalb weniger Stunden die Region um die Stadt Amatrice südöstlich von Perugia erschüttert. Feuerwehrmannschaften bargen eine Mutter und ihr Kind lebend aus den Trümmern ihrer Wohnung in Campotosto nahe L ́Aquila. Die beiden wurden unterkühlt mit einem Hubschrauber ins Spital eingeliefert. Campotosto zählt zu den Gemeinden, die nach den heftigen Schneefällen der vergangenen Tagen schwer erreichbar waren. Soldaten waren im Einsatz, um die Straßen zu räumen.

Nach der Erdbebenserie, die Mittelitalien erschüttert hat, wurde am Mittwoch eine Leiche aus den Trümmern eines Gebäudes in Castel Castagna in der Provinz Teramo geborgen. Zudem wurde in Campotosto nahe L´Aquila ein 70-Jähriger gesucht, der von einer durch das Beben ausgelösten Lawine verschüttet worden war.