Saturday Night Fever in Güssing. Musical Güssing macht mit „Saturday Night Fever“ im heurigen Jahr einen Abstecher in die 70er-Jahre.

Von Carina Fenz. Erstellt am 22. August 2018 (16:06)

Der Film prägte eine ganze Generation und löste weltweit eine Discowelle aus. Die Musik ist unsterblich und John Travolta wurde über Nacht zum Superstar. Hits wie „You should be dancing“, „Night Fever“ und „How deep is your love“ brachten die Bee Gees in die Hall of Fame. Nach dem Musical „Der Mann von La Mancha” geht Musical Güssing mit der Wahl des Projektes 2018 in die Disco-Ära der 70er Jahre.

„Ein Musical, geschaffen für ein junges engagiertes Ensemble“

„Der Inhalt ist den 70er Jahren angesiedelt, aber die Muster der jungen Menschen wiederholen sich. Der Druck in der Arbeit, der Schule und Familie ist enorm. Heute flüchten viele in die digitalen Welten, in der Zeit der Bee Gees war es die Disco. Hier fanden sie alles was ihnen der Alltag nicht geben konnte, das Gefühl der Freiheit, die Illusion einer anderen Welt. Die Möglichkeit zu sein wer man sein will. Die Musik der Bee Gees trägt die Geschichte und spiegelt die Zeit wieder. Ein Musical, geschaffen für ein junges engagiertes Ensemble, mit dem es eine Freude ist zu arbeiten“, erklärt Intendantin und Regisseurin Marianne Resetarits, die auch bei der heurigen Produktion auf ein bewährtes Team von Profis und Pädagogen aus der Musicalbranche setzt.

Sechzig nationale und internationale Ensemblemitglieder gestalten das Musical „Saturday Night Fever“, darunter Schüler im Alter von 14 bis 19 Jahre sowie Profis und Amateure aus Österreich, Ungarn, Deutschland und der Schweiz. Im Orchester spielen professionelle und junge Musiker aus Österreich und Ungarn.  „Es freut mich besonders, dass auch einige burgenländische Schüler beim Musical mitwirken und so für zusätzliche Begeisterung in den heimischen Schulklassen sorgen. Musical Güssing bereichert damit das Kulturangebot im Burgenland nicht nur für die jüngere Zielgruppe“, erklärt Bildungsdirektor Heinz Josef Zitz.

Die Rolle des Tony Manerio wird von Tamás Hompok, der vor 18 Jahren bei Musical Güssing begonnen hat, verkörpert. Als Stephanie Mangano wird Simone Niederer zu sehen sein. Den Disco-Guru Monty wird Florian Resetarits geben, der nach dem großen Erfolg bei „Tanz der Vampire“ im Wiener Ronacher nun für das Musical „Saturday Night Fever“ nach Güssing zurückkommt. Unterstützt werden sie von einem talentierten Ensemble, unter ihnen die Publikumslieblinge Laura Preininger, Eva Maria Zankl, András Konczor und Thomas Schmidt.

Einstudiert wird das Musical in Workshops mit Choregografin Evamaria Mayer, dem Amerikaner Gordon Bovinet, dem begnadeten Jazzpianisten Belush Korenyi, der auch die Musikalische Leitung übernimmt und der Schauspielpädagogin Ilse Harzfeld. Für das Bühnenbilddesign ist Peter Schaberl – Mitbegründer der legendären Wiener Disco U4 ‑ verantwortlich, das heuer mit einer ganz besonders modernen Sprache auf sich aufmerksam macht. Die Regie und die Gesamtleitung liegen in den Händen von Marianne Resetarits.

Inhaltlich spielt das Stück in Brooklyn, New York, in Jahr 1979. Die Bee Gees sind am Höhepunkt ihrer Karriere und die Discos boomen. Ölkrise, Wirtschaftskrise, enorme Zuwanderung von Latinos und die berühmte Rede „Crisis of confidence“ von US-Präsident Jimmy Carter lassen die Wogen in Brooklyn hochgehen. Mittendrin Tony Manero, der versucht seiner Familie zu entfliehen. Er hat Verantwortung für sein Elternhaus übernommen, die Mutter streng religiös, der Vater arbeitslos. Sein einziger Lichtblick ist die Disco „Odyssey“. Dort tritt jeden Samstag sein Vorbild, der Discoguru  Monty auf und dort ist er der König der Tanzfläche, begehrt und beliebt.

„Die Chorsätze sind heuer sehr fordernd und spiegeln die Entwicklung des ganzen Ensembles wieder. Noch dazu sind die einzelnen Musiknummern von den Bee Gee’s weltweit bekannt und dank der 12-köpfigen Band kommt der Funk und Groove nicht zu kurz“, freut sich Belush Korenyi, Musikalischer Leiter. Auch choreografisch fordert das Stück den Darstellern viel ab.

„Die Jugendbewegung der 70er Jahre, welche ihre Hoffnungen, Träume und Wünsche, aber auch ihre Wut, Enttäuschungen über die Gesellschaft und Aggressionen in der Disco zum Ausdruck bringt, ist tänzerisch spannend aufzuarbeiten. Das macht den Zauber des Tanzens aus und den besonderen Reiz dieses Stücks“, heißt es von Choreografin Evamaria Mayer.

Mit den Aufführungen von Musical Güssing schließt sich im heurigen Herbst der Güssinger Kultursommer. „Musical Güssing ist ein wichtiger Teil des Güssinger Kulturlebens und nicht mehr wegzudenken. Das heurige Stück bringt mich persönlich zurück in meine Jugendjahre, darauf freue ich mich ganz besonders“, heißt es von Güssings Bürgermeister Vinzenz Knor.

Vizebürgermeister Alois Monschein stößt ins selbe Horn: „Ich brauche nicht auf die Premiere warten, ich weiß jetzt schon, dass Musical Güssing heuer wieder für den Höhepunkt im Güssinger Kulturjahr sorgen wird.“ Auch für Güssings Tourismusobmann Gilbert Lang ist Musical Güssing seit Jahrzehnten ein Garant für erstklassige Musical-Produktionen. „In Österreich gibt es, mit der Ausnahme von Güssing, keine 4.000-Einwohner-Stadt mit so einem vielfältigen Kulturangebot in solch einer tollen Qualität.“

In zehn Vorstellungen wird das Stück im September und Oktober im Kulturzentrum Güssing zu sehen sein. Premiere feiert das Musical am 22. September (19.30 Uhr). Die weiteren Vorstellungen sind am 28., 29., 30. September, 5., 6. Oktober (Freitag und Samstag: 19.30 Uhr, Sonntag: 16 Uhr).

Mehr Infos und Karten unter 03322/ 43129, unter info@musicalguessing.at, www.musicalguessing.at und bei Ö-Ticket. „Das Publikum hat auch die Möglichkeit mit uns in die schillernde Disco-Ära einzutauchen, den Zeigefinger in die Höhe zu strecken und ‚Ah, ha, ha, ha, stayin’alive‘ zu singen“, freut sich Marianne Resetarits auf viele Besucher.