Wuhan wird wieder geöffnet. In der zentralchinesischen Millionenstadt Wuhan ist das wegen der Corona-Pandemie verhängte Ausreiseverbot ausgelaufen. Mit dem Ende der Maßnahme am Mittwoch um 0.00 Uhr (Dienstag, 18.00 Uhr MESZ) strömten Tausende Menschen zu den Zügen am Bahnhof. Es ist das erste Mal seit dem 23. Jänner, dass die Bewohner Wuhan verlassen dürfen.

Von APA, Redaktion. Update am 07. April 2020 (19:25)
In Wuhan kehrt wieder Normalität ein
APA/dpa

Aus der Millionenstadt waren Ende Dezember die weltweit ersten Infektionsfälle mit dem neuartigen Coronavirus gemeldet worden. Die Hauptstadt der Provinz Hubei wurde wegen der Ausbreitung des Erregers als erste chinesische Stadt komplett abgeriegelt, später folgte fast die gesamte Provinz. Inzwischen hat sich die Lage entspannt, und seit Ende März beendeten die chinesischen Behörden schrittweise die Abschottungsmaßnahmen. Für Wuhan galt allerdings zunächst weiter ein Ausreiseverbot.

Unterdessen meldete China erstmals seit Ende Jänner in der Coronavirus-Krise keinen neuen Todesfall mehr. Zudem sei die Zahl der nachgewiesenen Neuinfektionen gesunken, wie die Nationale Gesundheitskommission mitteilte. Sie sei am Montag auf 32 gegenüber 39 am Sonntag gefallen. Die neuen Fälle gingen demnach auf eingereiste Menschen zurück. Eine Ansteckung im Inland sei nicht gemeldet worden.

Damit stieg die Zahl der registrierten Infektionen auf 81.740. Insgesamt 3.331 Menschen starben nach offiziellen Angaben bisher mit oder an der Atemwegserkrankung Covid-19. Seitdem der Höhepunkt der Infektionen in China im Februar überschritten worden war, konzentrierten die Behörden ihre Aufmerksamkeit auf aus dem Ausland eingeschleppte Fälle und auf infizierte Personen ohne Symptome, die aber dennoch das Virus weitergeben können. China sei mit einem "zweifachen Risiko" von sogenannten importierten Infektionen und inländischen Cluster-Ausbrüchen konfrontiert, sagte ein Kommissionssprecher. So habe die nordöstliche Provinz Heilongjiang 20 neue Fälle gemeldet, bei allen handle es sich um chinesische Bürger, die aus dem benachbarten Russland zurückgekehrt seien.

Südkoreas Gesundheitsbehörden erfassten indes den zweiten Tag in Folge weniger als 50 Neuinfektionen. Am Montag wurden 47 Menschen positiv auf Sars-CoV-2 getestet, wie die Zentren für Krankheitskontrolle und Prävention am Dienstag mitteilten. Schon am Sonntag war die Zahl der Nachweise zum ersten Mal seit dem Höhepunkt Ende Februar mit mehr als 900 Fällen innerhalb von 24 Stunden auf unter 50 zurückgegangen. Südkorea gilt mittlerweile unter anderem dank seines rigiden Testprogramms als Vorbild für die Eindämmung des Virus.

Die Gesamtzahl der Infektionen stieg im Land auf 10.331. Bisher wurden 192 Todesopfer in Verbindung mit der Lungenkrankheit Covid-19 gebracht. Knapp 7.000 Menschen, die sich mit dem Virus angesteckt hatten, gelten als genesen.

Die Behörden riefen die Menschen auf, trotz des Abwärtstrends bei den Fallzahlen weiter streng die Kampagne zur Vermeidung sozialer Kontakte zu befolgen. Sorgen bereiten ihnen weiterhin lokale Häufungen von Infektionen in Krankenhäusern oder Kirchengemeinden sowie eine Zunahme von "importierten Fällen". Zahlreiche Südkoreaner kehren aus Angst vor einer Ansteckung aus Ländern zurück, in denen sich das Virus rasch ausbreitet.