SPÖ hält den Vorsprung im Burgenland. Sonntagsfrage zur Landtagswahl bringt der SPÖ sogar 51 Prozent, für Landeshauptmann Doskozil gibt’s 69 Prozent in der Direktwahl. Abgefragt wurde auch die Meinung zur Commerzialbank. Die BVZ hat Einblick in die Ergebnisse.

Von Wolfgang Millendorfer. Update am 20. September 2020 (19:15)

Die aktuelle politische Stimmung im Land – auch im Hinblick auf die Zeit nach Bekanntwerden der Causa Commerzialbank – wird in einer aktuellen Umfrage des Institutes Peter Hajek erhoben. Im Auftrag der SPÖ Burgenland wurden 600 Personen online und per Telefon befragt.

Die Ergebnisse bringen einen deutlichen Vorsprung für die SPÖ: Bei der Hochschätzung zur Landtagswahl-Sonntagsfrage legt man noch um ein Prozent zur absoluten Mehrheit zu und kommt auf 51 Prozent, die ÖVP liegt bei 25 Prozent, die FPÖ bei 14 und die Grünen bei sieben (siehe Grafik):

Gerald Bischof

Die theoretische Landeshauptmann-Direktwahl bringt dem amtierenden Landeschef Hans Peter Doskozil mit 69 Prozent einen enormen Vorsprung; 16 Prozent der Befragten würden FPÖ-Chef Norbert Hofer wählen, elf Prozent ÖVP-Obmann Christian Sagartz und vier Prozent Grünen-Landessprecherin Regina Petrik.

Gerald Bischof

Die ÖVP kann bei der Umfrage aber ein Plus ebenfalls ausbauen – nämlich jenes bei der Hochschätzung zur Nationalratswahl: Würde nun gewählt, käme die Volkspartei laut Befragung im Burgenland auf 41 Prozent (bei der Wahl 2019 waren es 38,3), die SPÖ auf 28, die Freiheitlichen auf 13, die Grünen auf zehn und die NEOS auf sechs Prozent.

Gerald Bischof

Commerzialbank: „Versagen der Finanzmarktaufsicht“

Spannend ist vor allem auch die Frage nach der Meinung zum Bilanz-Skandal der Commerzialbank Mattersburg, zwei Monate nachdem die jahrzehntelangen Malversationen aufgedeckt wurden.

67 Prozent der Umfrage-Teilnehmer sehen – konkret danach gefragt – ein „Versagen der Finanzmarktaufsicht“, nur 13 Prozent ein „Versagen der burgenländischen Politik“ (20 Prozent machten keine Angabe).

Gerald Bischof

Unter den SPÖ-Wählern bringen die Zahlen einen noch deutlicheren Unterschied: 78 Prozent sehen die Versäumnisse auf Seiten der Finanzmarktaufsicht, nur sechs Prozent sehen Versäumnisse der Landespolitik.