Wien-Marathon 2021 ist "wichtigster seit 1984"

Mit einem strengen Hygienekonzept und auf die Disziplin der Teilnehmerinnen, Teilnehmer und des Publikums vertrauend soll der 38. Vienna City Marathon am Sonntag ein gutes Beispiel für kommende Städteläufe auch während der anhaltenden Corona-Pandemie abliefern. 26.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 126 Nationen haben sich angemeldet, der VCM soll damit laut Geschäftsführerin Kathrin Widu auch ein Neustart des Tourismus werden.

Erstellt am 09. September 2021 | 11:34
Erster Wien-Marathon seit 2019 soll gutes Beispiel abgeben
Erster Wien-Marathon seit 2019 soll gutes Beispiel abgeben
Foto: APA/GEORG HOCHMUTH

Veranstalter Wolfgang Konrad, der die Absage 2020 als "Totalschaden" empfand, erklärte auf einer Pressekonferenz am Donnerstag, dass es nie zur Diskussion gestanden habe, das Comeback des Marathons nicht zu probieren. Nach 889 Tagen ist es so weit. "Es geht um eine große VCM-Lauf-Community, um die Mitarbeiter, Lieferanten, Sponsoren und Partner. Ich glaube, dass es der wichtigste Marathon seit 1984 werden wird, seit der ersten Veranstaltung. Wir wollen und werden ein starkes Signal in die Welt hinaus zeigen."

Es ist weltweit die erste größere Marathon-Veranstaltung mit internationaler Beteiligung und internationalen Topathleten. "Es war ein Wandern auf der Rasierklinge, bis wir alle Genehmigungen hatten. Es wird ein sehr emotionaler und spannender Marathon werden", erklärte Konrad. Einen Dank sprach er an alle aus, die auch während der Corona-Pandemie dem Laufen treu blieben. "Alle, die sich fitgehalten haben, haben es verdient, dass sie jetzt laufen dürfen."

93 Prozent der erwachsenen Läuferinnen und Läufer am Start sind geimpft, zusätzlich müssen alle einen negativen Covid-Test vorlegen. "Die Läufer werden nicht viel spüren, weil wir die Konzepte so gemacht haben, dass es um mehr Raum und Zeit geht, es ist mehr Platz da, wir setzen auf Entzerrung. Aber wir appellieren an alle Teilnehmer, das Informationsangebot wahrzunehmen, wir brauchen die Sicherheit, dass sie es lesen und wahrnehmen", sagte Organisationsleiter Gerhard Wehr.

Disziplin sei aber kein covidabhängiger Parameter, erklärte Wehr. "Die brauen wir auch unter Normalbedingungen. Wir geben Empfehlungen ab, wann man zum Startblock kommen soll. Für die Zuschauer können wir kein Regelwerk aufstellen, aber wir haben ein Kommunikationskonzept. Vom Marathonmobil, das vorausfährt, kommen Durchsagen wie 'Wir jubeln mit Abstand am besten'."

Im Zielbereich könne es zu einer Vermischung von Aktiven und Zuschauern kommen, es werde zwei Ausgänge geben, Maskenpflicht ist empfohlen und zum Beispiel die Garderobe-Lkw werden weiter wegstehen, damit es auch hier zu einer Entzerrung komme. Um großen Zuschaueransammlungen entgegenzuwirken, werden weniger Videowalls entlang der Strecke aufgebaut und keine Tribüne im Zielbereich beim Burgtheater.

26.000 Aktive werden in den sieben Bewerben am Samstag und Sonntag am Start sein, in Normalzeiten sind es rund 40.000. Mit dem Äthiopier Betesfa Getahun (2:05:28/2019) und dem Schweizer Tadesse Abraham (2:06:40) sind zwei Eliteläufer über die 42,195 km in ihrer Karriere bereits unter 2:07 geblieben. Bei den Frauen führt die Äthiopierin Gelete Burka (2:20:45) vor den Kenianerinnen Risper Chebet (2:23:45), Rebecca Kangogo (2:24:25) sowie Celestine Chepchirchir (2:24:48) das Teilnehmerfeld an. Österreichs einziger Beitrag unter den Spitzenläufern ist Victoria Schenk.