Österreich steigt aus A-WM ab. Österreichs Eishockey-Nationalmannschaft hat bei der WM in der Slowakei das Ziel Klassenerhalt verfehlt und muss nach einem verlorenen Penaltythriller in der A-Gruppe in die Division 1A absteigen. Die ÖEHV-Auswahl verlor am Montag in Bratislava das direkte Duell um den Klassenerhalt gegen Aufsteiger Italien mit 3:4 n.P. (2:1,0:2,1:0;0:0,0:1).

Von Redaktion, APA. Erstellt am 20. Mai 2019 (23:05)
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Österreich steigt ab

Das Entscheidungsspiel wurde ein Kampf auf Biegen und Brechen, der erst im Penaltyschießen entschieden wurde. Der im ersten Penalty noch glücklose Sean McMonagle traf im siebenten Versuch für seine Mannschaft und sicherte den Italienern den Klassenerhalt.

Die Mannschaft von Roger Bader geriet durch einen Treffer von Anthony Bardaro in Rückstand (10.), ging dank Manuel Ganahl (12.) und Michael Raffl (17.) aber mit einem 2:1 in die erste Pause. Im Mitteldrittel gingen die Italiener durch Tore von Simon Kostner (35.) und Marco Rosa (39.) wieder in Führung, Michael Raffl (42.) gelang mit seinem zweiten Treffer der Ausgleich.

Die Österreicher starteten druckvoll in das Entscheidungsspiel, in Führung ging aber Italien. Bardaro bezwang David Kickert, der seine Muskelverletzung auskuriert hatte, mit einem Schuss ins Kreuzeck.

Doch Raffl und Co. schlugen zur Freude der lautstarken Hundertschaften rot-weiß-roter Fans schnell zurück. Nach einem Vorstoß von Clemens Unterweger verwertete Ganahl den Abpraller zum Ausgleich. In der 17. Minute spielte NHL-Stürmer Michael Raffl seine ganze Klasse aus und sorgte für eine 2:1-Führung. Alexander Rauchenwald vergab wenig später die große Chance auf das 3:1 (17.).

Im Laufe des Mitteldrittels kamen die Italiener auf und durch Kostner zum Ausgleich (35.). Im siebenten Spiel in zehn Tagen konnten die Österreicher im Schlussdrittel aber noch zulegen. Michael Raffl setzte sich vor dem Tor durch stellte mit seinem vierten Turniertreffer den Gleichstand wieder her.

Im Powerplay scheiterten Michael und Thomas Raffl sowie Hofer, so ging das Spiel in die Verlängerung. Im Spiel 3-gegen-3 dominierten die Österreicher klar, brachten die Scheibe aber nicht über die Linie. Im Penaltyschießen trafen nur Konstantin Komarek, der seinen zweiten Versuch dann vergab, und Alexander Rauchenwald. Das war am Ende zu wenig, da McMonagle den zuvor starken Kickert im entscheidenden Moment bezwang.

Damit verloren die Österreicher alle sieben Spiele in Bratislava, blieben erstmals seit 14 Jahren bei einer Weltmeisterschaft ohne Sieg und verspielten die Hoffnung, sich wieder langfristig als A-Nation zu etablieren.

Titelverteidiger Schweden hatte sich zuvor mit viel Mühe als achte und letzte Mannschaft für das Viertelfinale der Eishockey-WM in der Slowakei qualifiziert. Der regierende Weltmeister gewann am Montag in Bratislava gegen Lettland mit 5:4 und ist von den Balten nicht mehr einzuholen. Großbritannien schaffte dagegen mit einem Sieg über Frankreich sensationell den Klassenerhalt, die Franzosen steigen ab.

Schweden mühte sich gegen Lettland, den letzten verbliebenen Konkurrenten um den Aufstiegsplatz. Die Letten, die einen Sieg nach 60 Minuten benötigt hätten, machten dreimal einen Rückstand wett, ehe Dennis Rasmussen in der Schlussminute mit einem Schuss ins leere Tor die Partie entschied.

Kanadas Eishockey-Team hievte sich mit einem 5:0 (3:0,1:0,1:0) gegen Dänemark auf den zweiten Platz hinter Finnland in der Gruppe A. Nach der 1:3-Niederlage gegen die Finnen zum Auftakt gewannen die Nordamerikaner damit alle weiteren Partien. Die Treffer am Montag erzielten Dubois (1.), McCann (7.), Marchessault (9.) und Reinhart (34., 45.).

Damit haben sich aus der Gruppe A Finnland, USA, Kanada und Deutschland und aus der Gruppe B Russland, Tschechien, Schweiz und Schweden für das Viertelfinale qualifiziert.

Im ersten von zwei Abstiegsduellen am Montag gab es in Kosice eine Überraschung. Die Franzosen, seit 2008 stets in der A-Gruppe, müssen in die Division 1A. Frankreich führte gegen Großbritannien durch Tore von Anthony Rech (24., 28) und Sache Treille (28./PP) programmgemäß mit 3:0, doch die Briten bewiesen Mora. Dank Treffern von Robert Dowd (35.), Mike Hammond (39.) und Robert Farmer (46.) schaffte der Aufsteiger den Ausgleich, in der Verlängerung besiegelte Ben Davies (63.) den Verbleib in der A-WM. Die Briten sind heuer erstmals seit 25 Jahren in der A-Gruppe und haben erstmals seit 1962 in einem WM-Spiel mehr als zwei Tore erzielt. Seit 2008 sind die Briten erst der zweite Aufsteiger, der den Klassenerhalt geschafft hat. Im Vorjahr war dies Österreich gelungen.