ÖFB-Team stößt gegen Frankreich an seine Grenzen

Erstellt am 23. September 2022 | 05:00
Lesezeit: 4 Min
Rangnick musste Frankreichs Überlegenheit anerkennen
Rangnick musste Frankreichs Überlegenheit anerkennen
Foto: APA/ROBERT JAEGER
Dem österreichischen Fußball-Nationalteam sind am Donnerstag schonungslos die Grenzen aufgezeigt worden.
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Das Positivste am 0:2 im Stade de France gegen Frankreich war wohl, dass die Niederlage gegen den drückend überlegenen Weltmeister nicht höher ausfiel. Nun benötigt die ÖFB-Auswahl am Sonntag (20.45 Uhr/live ORF 1) in Wien gegen Kroatien einen Sieg und im Parallelspiel einen dänischer Punktgewinn gegen die Franzosen, um in der höchsten Nations-League-Klasse zu bleiben.

"Les Bleus" hatten vor der Partie insgesamt zwölf teilweise höchst prominente Ausfälle zu beklagen, dennoch waren die Hausherren in Saint-Denis für die Österreicher deutlich zu stark. Ralf Rangnicks Truppe bekam zu spüren, wie groß die Dichte an hochklassigen Spielern bei Frankreich ist. "Wenn man sich heute nur die Ersatzbank von ihnen anschaut - ich glaube, fast jeder von denen hätte bei uns eine große Chance, in der Anfangsformation zu stehen", erklärte der Deutsche.

Auf der Bank saßen unter anderem Ousmane Dembele (Barcelona), Christopher Nkunku (Leipzig), Eduardo Camavinga (Real Madrid), Dayot Upamecano und Benjamin Pavard (beide FC Bayern). Rangnick wunderte sich darüber, "dass irgendjemand tatsächlich geglaubt hat und mich ernsthaft gefragt hat, ob es ein Vorteil wäre, dass bei Frankreich acht oder neun Spieler fehlen".

Von einer französischen B-Elf konnte ohnehin keine Rede sein - alleine schon deshalb, weil Kylian Mbappe auf dem Platz stand. Der Stürmerstar wirbelte Österreichs Defensive einige Male gehörig durcheinander. "Ich wage die These, wenn Mbappe bei uns gespielt hätte, wäre das Spiel anders ausgegangen, aber leider haben wir keinen Mbappe", sagte Rangnick.

Der Goalgetter von Paris Saint-Germain sorgte bereits in der Anfangsphase für viel Betrieb im ÖFB-Sechzehner. "Natürlich hätten wir in der Halbzeit schon zurückliegen können", meinte Rangnick. In den ersten Minuten nach der Pause aber zeigten sich die Gäste verbessert und hatten durch Xaver Schlager beim Stand von 0:0 ihre einzige wirklich vielversprechende Chance im gesamten Match.

Wenig später leitete ein schwerer Patzer von Marcel Sabitzer den ersten Frankreich-Treffer durch Mbappe ein. "Zu diesem Zeitpunkt lag das Tor nicht in der Luft, wir hatten da durchaus Kontrolle. Der Zeitpunkt des Gegentores und die Art und Weise, wie wir es ein Stück weit mit vorbereitet haben, war schon sehr ärgerlich", sagte Rangnick.

So bitter auch die Entstehung des Treffers war - am Klasseunterschied zwischen Frankreich und Österreich gab es an diesem Abend nichts zu rütteln, wie auch der 64-Jährige zugeben musste. Die Niederlage sei "auf die Qualität des Gegners und die Art und Weise, wie wir selbst gespielt haben", zurückzuführen. Man hätte auch "mit etwas mehr Körperlichkeit" verteidigen und attackieren können, bemängelte Rangnick. "Es war nicht einfach für uns, frühen Zugriff zu bekommen. Das ist eine Frage der einzelnen Qualität."

Der Teamchef will nun seine Schützlinge rechtzeitig für das Duell mit den Kroaten wieder in Schuss bringen, wird dabei aber nicht als Seelentröster fungieren. "Ich glaube nicht, dass man die Mannschaft aufrichten muss, die sehen das schon auch sehr realistisch, so wie wir das auch sehen", erklärte Rangnick.

Laut seinen Angaben sind Marko Arnautovic, David Alaba und Andreas Weimann für Sonntag fraglich, Arnautovic gab aber noch am späten Donnerstagabend Entwarnung. Wer auch immer im Kräftemessen mit dem Vizeweltmeister und Nations-League-Tabellenführer eingesetzt wird, müsse "frisch und ausgeruht" sein, betonte Rangnick.