Rückholaktion der Regierung von Passagieren angelaufen. Die Rückholaktion österreichischer Passagiere nach der Niki-Pleite ist angelaufen. Das sagte ein Sprecher des Verkehrsministeriums am Donnerstag. Entgegen ersten Schätzungen sind knapp über 5.000 Passagiere betroffen, die nach Österreich zurückgeholt werden sollen. Verkehrsminister Jörg Leichtfried (SPÖ) hatte von rund 10.000 Passagieren gesprochen.

Von APA Red. Erstellt am 14. Dezember 2017 (10:04)
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Niki folgte Air Berlin in die Insolvenz

Im ersten Schritt werde versucht, Niki-Passagiere auf bestehenden Flügen anderer Airlines unterzubringen. Damit sei bereits begonnen worden. Sollten diese Kapazitäten nicht reichen, werde man zusätzliche Charterflüge bei der AUA (Austrian Airlines) in Auftrag geben, so Sprecher Andreas Strobl.

Der bestellte deutsche Masseverwalter Lucas Flöther versucht indes, den Geschäftsbetrieb von Niki durch einen Schnellverkauf, einen sogenannten Fire Sale, doch noch zu retten. Laut Flöther habe man "noch ein paar Tage Zeit". Der Insolvenzverwalter kündigte an, umgehend Gespräche mit infrage kommenden Investoren aufzunehmen.

Die Mitarbeiter von Niki - insgesamt sind rund 790 Beschäftigte in Österreich und 210 in Deutschland von der Insolvenz betroffen - erhalten um 10.00 Uhr am Flughafen Wien-Schwechat erste Infos von der Geschäftsführung. Es finde eine Mitarbeiterversammlung statt, sagte GPA-Gewerkschafter Peter Stattmann.

Chaos am Flughafen ausgeblieben

Flüge sind von der Mitarbeiterversammlung ohnehin nicht mehr betroffen. Seit Mitternacht bleiben alle Niki-Flieger am Boden. Der letzte Flug unter "HG"-Flugnummer ist am Mittwoch um 23:18 aus Teneriffa kommend in Wien gelandet.

Betroffen sind auch Tausende Kunden, die einen Flug mit Niki geplant haben. Mit Einstellung des Flugbetriebs verlieren nach Angaben des Masseverwalters rund 350.000 ausgestellte und bezahlte Einzeltickets ihre Gültigkeit. Dazu kommen 410.000 über Reisebüros und -veranstalter gebuchte - aber in der Regel noch nicht ausgestellte - Tickets.

Dem Insolvenzverwalter zufolge hatten in den nächsten 14 Tagen knapp 40.000 Passagiere ihren Heimflug mit Niki geplant, von diesen hatten 15.500 selbst gebucht, die restlichen 25.500 über Reisebüros. Das Niki-Grounding kam genau zur Weihnachtsreisezeit.

GPA-Chef Wolfgang Katzian hofft auf eine Rettung. Er sagte im "Ö1-Morgenjournal", es gebe nach der Insolvenz drei bis vier potenzielle Interessenten für Niki. Air Berlin hatte am Mittwochabend bestätigt, dass beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg ein Insolvenzantrag für die Niki Luftfahrt GmbH gestellt wurde.

Am Flughafen Berlin-Tegel ist in der Früh das große Chaos ausgeblieben. Rund zwei Dutzend Niki-Kunden waren zum Flughafen gekommen, obwohl die Airline den Flugbetrieb am Vorabend eingestellt hatte. "Wir haben von nichts gewusst", sagte ein zorniger Familienvater, der mit Frau und Tochter in der Nacht aus Polen angereist war.

Anderen Kunden war von ihren Reisebüros geraten worden, trotz Insolvenz zum Flughafen zu fahren, um Entschädigungsansprüche geltend zu machen. "Sie haben mir gesagt, wir sollen trotzdem zum Flughafen kommen", sagte der Kunde Wolfgang Sonne aus Rathenow im deutschen Brandenburg, der mit seiner Frau in Tegel wartete. "Ich habe keine Ahnung, wie es jetzt weitergeht."