Runder Tisch nach Urteil zu tödlicher Kuh-Attacke. Die Tiroler Landwirtschaftskammer (LK) lädt am Mittwochvormittag nach dem Zivilurteil zur tödlichen Kuh-Attacke zu einem Runden Tisch, zu dem unter anderem Vertreter der Landesregierung, des Tourismus und des Alpenvereins eingeladen sind. Schon davor suchte die Tiroler Politik als Konsequenz aus dem Schadensersatz-Urteil nach Lösungen für die Landwirte.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 27. Februar 2019 (07:04)
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Vor allem Hunde sorgen für Unruhe bei den Tieren

Vonseiten der LK hieß es am Montag, dass noch unklar sei, in wie weit und ob die Versicherung überhaupt die Kosten des zu Schadenersatz verurteilten Bauern übernehmen werde. Im Vorfeld drängte LH Günther Platter (ÖVP) auf eine Versicherungslösung, während die Grünen einen Notfallfonds ins Spiel brachten. Vonseiten der Politik herrschte jedoch Einigkeit, dass der betroffene Landwirt im Falle einer Urteilsbestätigung durch die weiteren Instanzen finanziell schadlos gehalten werden müsse.

Am 28. Juli 2014 war eine 45-jährige Deutsche, die mit ihren Hund unterwegs war, von Kühen plötzlich attackiert und zu Tode getrampelt worden. Nach einem jahrelangen Rechtsstreit erging am vergangenen Donnerstag das Urteil im Zivilprozess. Demnach muss der Bauer dem Witwer und dem Sohn rund 180.000 Euro sowie eine monatliche Rente an die beiden in der Höhe von insgesamt rund 1.500 Euro zahlen.

Der Tiroler ÖVP-Bauernbundobmann und LHStv. Josef Geisler bezeichnete diese Entscheidung als eine Katastrophe für die Alm- und Weidewirtschaft in Tirol. Für Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) war das Urteil nicht nachvollziehbar, eine Urteilsbestätigung würde tiefgreifende Auswirkungen auf die Tiroler Landwirtschaft und auf die gesamte Freizeitnutzung der Tiroler Bergwelt haben. Auch die seit Jahrhunderten praktizierte Form der Almbewirtschaftung stehe auf dem Spiel.

Rund 306.606 Rinder wurden im Jahr 2018 "gealpt", fast 25.000 Betriebe mit Almauftrieb gab es im Vorjahr laut den Zahlen des Landwirtschaftsministeriums in Österreich. Mit rund einem Drittel der Paarhufer sind die meisten davon auf Tiroler Weiden anzutreffen, wie aus den Zahlen der Almwirtschaft Österreich hervorgeht.