Zahl der Corona-Todesfälle auf 16 gestiegen. Bis Sonntag 15.00 Uhr sind in Österreich offiziell insgesamt 16 Todesfälle aufgrund des neuartigen Coronavirus registriert worden. Darunter ist auch das erste Todesopfer in Kärnten. Die Zahl der Infizierten gab das Gesundheitsministerium am Nachmittag mit 3.244 an. Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) appellierte unterdessen an die Österreicher, die noch im Ausland sind, "zur höchsten Eile".

Von APA / NÖN.at. Erstellt am 22. März 2020 (16:02)
Hygienevorkehrungen allerorten
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Der Verlauf der ersten Woche mit "Ausgangsbeschränkung" führte in Österreich offenbar zunächst zum Ende der rasanten Zuwachsraten: Am Sonntag stieg die Zahl der Neuinfektionen innerhalb eines Tages von 2.814 auf 3.244. Das ist mit 430 Neuinfektionen zwar der bisher größte Anstieg in Zahlen, gleichzeitig ist das Plus von 15 Prozent der geringste tägliche prozentuelle Zuwachs.

Dieser Anstieg auf Basis der Zahlen des Gesundheitsministeriums bedeutet für die 15.00 Uhr-Zahlen zum zweiten Mal infolge die niedrigste prozentuelle Rate innerhalb von 24 Stunden seit Ausbruch, der Durchschnitt der vergangenen sieben Tage ist mit 20,9 Prozent ebenfalls eher gering. Dasselbe gilt auch für die Sonntag früh (Stand 8.00 Uhr) bekannt gegebenen Zahlen. Im 24-Stunden-Vergleich mit Samstag (2.664 Personen) betrug hier die Steigerung 13,6 Prozent.

Über 21.000 Personen wurden bisher in Österreich getestet. 16 Todesfälle sind mit Stand 15.00 Uhr vom Gesundheitsministerium bisher offiziell bestätigt.

In Kärnten wurde der erste Todesfall in Zusammenhang mit dem Coronavirus bekannt. Wie Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) sagte, starb am Samstag ein 65-jähriger Patient im Klinikum Klagenfurt. Er hatte schwere Vorerkrankungen und war mit dem Coronavirus infiziert. Einen weiteren Coronavirus-Toten gab es in Niederösterreich. Der positiv auf Covid-19 getestete betagte Patient hatte eine Grunderkrankung und war intensivmedizinisch betreut worden, teilte ein Sprecher mit.

In Wien gab es zwei weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus: Am Sonntag sind zwei 81-Jährige, eine Frau und ein Mann, im Krankenhaus an den Folge der Erkrankung gestorben, teilte Corina Had, Sprecherin des medizinischen Krisenstabes der Stadt Wien, mit. Die Zahl der nachgewiesen mit SARS-CoV-2 infizierten Wiener ist auf 413 gestiegen (Stand: 13.00 Uhr).

In Oberösterreich forderte das Coronavirus ein zweites Todesopfer. Nachdem am Mittwoch eine 27-jährige Frau mit schweren Vorerkrankungen gestorben war, ist am Samstagabend ein 53-jähriger Mann aus dem Bezirk Linz-Land zuhause an einem Herzstillstand gestorben. Die Infektion mit dem Virus sei erst nach seinem Tod festgestellt worden, berichtete das Land Oberösterreich.

In Salzburg musste das Krankenhaus Hallein wegen drei Mitarbeitern des Pflegepersonals, die positiv auf das Corona-Virus getestet wurden, unter Quarantäne gestellt werden. Der Betrieb des Spitals sei für die Patienten zwar weiter gewährleistet , es werden jedoch keine neuen Patienten mehr aufgenommen, sagte der Sprecher des Landes Salzburg, Franz Wieser. Ausgenommen von der Quarantäne sei nur die Geburtshilfe.

Weltweit wurden bisher in Summe 307.280 bestätigte Fälle bekannt gegeben, 81.348 davon meldete China. 92.375 Menschen haben sich laut öffentlich verfügbaren Zahlen global wieder von Covid-19 erholt.

3.500 Österreicher wurden seit Beginn der Coronakrise mit bisher 21 Notflügen in ihre Heimat zurückgeholt. Außenminister Schallenberg appellierte bei einer Pressekonferenz am Sonntag an die Österreicher, die noch im Ausland sind, "zur höchsten Eile": "Diese Notflüge wird es nicht zeitlich unbegrenzt geben können", warnte Schallenberg.

Die "größte Rückholaktion" solle "nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich um eine Notoperation in einer Krisensituation" handelt. Der Außenminister habe "manchmal den Eindruck, dass manche nicht ganz den Ernst der Lage vergegenwärtigen. Es erreichen uns täglich Fragen, ob Menschen später einen Flug bekommen können", kritisierte der Außenminister. So gebe es Touristen, die noch eine Trekkingtour absolvieren oder Tage am Strand verbringen wollen. Außerdem hätten Österreicher "noch dieser Tage einen Flug ins Ausland angetreten". "Das ist aus meiner Warte höchst fahrlässig und grenzt an Unvernunft". "Das Außenministerium ist kein Reisebüro. Wir führen hier eine Rückholaktion infolge einer globalen Krise durch", konstatierte Schallenberg.

Eine neue Webseite soll die Heimreise erleichtern. Unter https://heimflug.austrian.com/ können sich jene Österreicher, die bereits beim Außenministerium registriert sind, für Rückflüge anmelden. "Dadurch wird die Heimreise vereinfacht und die Telefonhotline etwas entlastet", erklärte Schallenberg. In drei Schichten sind alle Mitarbeiter des Außenministeriums, die nicht einer Risikogruppe angehören, derzeit im Einsatz, dazu unterstützen 120 Rekruten des Österreichischen Bundesheeres die Telefonhotline.