Österreichs Teilnehmer bereit für Homeless World Cup. Der Homeless World Cup 2017, der ab 29. August in Oslo ausgetragen wird, wird auch in seiner 15. Ausgabe wieder mit dem Ziel absolviert, mit Fußball Benachteiligten eine Zukunft zu geben. "Vor allem geht es um Integration", sagte Herbert Beiglböck, seit 2016 steirischer Caritas-Direktor, bei der Präsentation des österreichische Team für die Straßen-Fußball-WM am Donnerstag in Wien.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 24. August 2017 (14:59)
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Die heimische Mannschaft hat sich hohe Ziele gesteckt

Seit der ersten Ausgabe in Graz 2003 treten Obdachlose, ehemalige Abhängige, Flüchtlinge sowie Straßenzeitungsverkäufer bei einem Streetsoccer-Turnier gegeneinander an. Trainiert werden sie von Gilbert Prilasnig, der ansonsten als Nachwuchsleiter bei seiner ehemaligen Mannschaft Sturm Graz tätig ist. Bereits seit 2004 ist er Trainer der österreichischen Homeless-World-Cup-Auswahl. Prilasnig kann jährlich zwischen 50 bis 100 Spielern wählen, acht bleiben dann am Ende über. Antreten darf man jeweils nur ein einziges Mal. Mit manchen ehemaligen Spielern hat der 44-Jährige, der 2011 seine Karriere als Profi beendet hat, immer noch Kontakt.

Einer der diesjährigen Teilnehmer ist der Syrer Khaled Saleh, der dem Rasensport schon vor seiner Flucht aus der Heimat zugetan war. "Ich habe in Syrien zwei Jahre in der zweiten Liga gespielt. Seit 2015 bin ich in Wien", sagte er im Gespräch mit der APA. Dort wurde Alexander Schneider, der Projektmanager der "Käfig League", auf den 30-Jährigen aufmerksam. Der Syrer spielt aber nicht nur, er hat inzwischen auch eine Ausbildung als Schiedsrichter absolviert. Als solcher ist er in den Nachwuchsligen für den Wiener Fußball-Verband tätig und als Tormann ist er inzwischen im Kader der Kampfmannschaft des Rennweger SV 1901. Das österreichische Team kann so wohl mit wenigen Gegentoren rechnen.

Doch wie Caritas-Direktor Beiglböck betonte, geht es um mehr als den sportlichen Erfolg: "Die Mitarbeiter berichten mir, dass nicht wenige der Teilnehmer einen Weg ins Berufsleben finden - und manche bleiben auch beim Fußball", berichtete Beiglböck, der von Anfang an für den Homeless World Cup tätig ist. Integration werde hier gelebt: "Man lernt Gemeinschaft kennen, man gehört dazu und wird gebraucht und lernt so, dass man etwas wert ist."

Derzeit ist der Anteil der Asylwerber besonders hoch, und für diese ist es ein wichtiger Schritt, um in Österreich eine Heimat zu finden. Als politische Botschaft betonte Beiglböck, dass Integration kein Regelwerk von Vorschriften sei, sondern die Teilhabe an der Gemeinschaft sei stattdessen ein Mittel dazu. Was den Homeless World Cup besonders mache, sei, dass man als Zuschauer so auch einen neuen Blickwinkel auf ansonsten als Außenseiter der Gesellschaft empfundene Menschen bekomme.

Die von der UEFA mit dem Charity Award ausgezeichnete Veranstaltung schafft dies mit zunehmendem Erfolg, denn während bei der ersten Ausgabe noch 18 Teams gegeneinander antraten, sind es in der norwegischen Hauptstadt bereits 49 verschiedene Mannschaften. Und mit dem Homeless World Cup zeige der Massensport Fußball, dass er einen Beitrag an die Gesellschaft zu leisten imstande ist, betonte ÖFB-Präsident Leo Windtner. "Mit diesem Projekt wird soziale Inklusion ermöglicht", ergänzte Bundesliga-Vorstand Reinhard Herovits. Sowohl ÖFB wie auch Bundesliga unterstützen dabei den Homeless World Cup und das dazugehörige Projekt "Goal" auch finanziell.