Flüchtlingsdrama: Prozess gegen Schlepperbande beginnt. Im historischen Gerichtssaal von Kecskemet in Ungarn startet am Mittwoch der Prozess gegen eine Schlepperbande, die für den Erstickungstod von 71 Flüchtlingen verantwortlich sein sollen.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 21. Juni 2017 (03:30)
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Lkw wurde im August 2015 entdeckt

Der Kühl-Lkw mit den Leichen wurde im August 2015 an der Autobahn bei Parndorf im Burgenland entdeckt. Die Verdächtigen müssen mit hohen Haftstrafen rechnen.

Den elf Beschuldigten wird u.a. qualifizierter Mord und Schlepperei im Rahmen einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen. Die Bande soll laut Anklage mehr als 1.200 Menschen illegal nach Westeuropa gebracht haben. Seit Juni 2015 schmuggelte sie verstärkt Flüchtlinge von Serbien über Ungarn nach Österreich bzw. Deutschland. 31 solcher Fahrten konnte die Staatsanwaltschaft in Ungarn nachweisen.

Neun Bandenmitglieder werden auf der Anklagebank Platz nehmen. Ein Verdächtiger befindet sich noch auf der Flucht, gegen ihn wird in Abwesenheit verhandelt. Ein weiterer Komplize ist in Bulgarien in Haft, sein Verfahren soll im Ausland abgehalten werden, beantragte die Staatsanwaltschaft.