Sieben Tote bei Attacke auf Börse in Karachi. Bewaffnete Angreifer haben am Montag die Börse in Karachi gestürmt und mindestens sieben Menschen getötet. Unter den Opfern seien Wachleute, ein Polizist und ein Zivilist, teilte die Polizei in der pakistanischen Finanzmetropole am Montag mit. Auch vier "Terroristen" seien getötet worden. Die separatistische Befreiungsarmee von Baluchistan (BLA) bekannte sich zu dem Anschlag.

Von APA, Redaktion. Update am 29. Juni 2020 (15:56)
Großaufgebot der Polizei war zur Stelle
APA/ag.

Bewaffnet mit AK-47-Gewehren, Handgranaten und Munition hätten die Angreifer in der Früh versucht, die Börse zu stürmen und Geiseln zu nehmen. Die Angreifer seien binnen acht Minuten getötet worden. Auch zwei Sicherheitsleute und ein Polizist sollen nach Angaben der Anti-Terrorismus-Abteilung der Polizei unter den Getöteten sein.

Unmittelbar vor dem Anschlag seien die Angreifer mit einem Fahrzeug vorgefahren und hätten eine Granate auf das Börsengebäude geworfen, erklärte der Polizeichef von Karachi. Dann hätten die Männer das Feuer eröffnet. Kämpfe fanden nach Polizeiangaben innerhalb und außerhalb des Gebäudes statt.

Zum Zeitpunkt des Angriffs hielten sich in dem Börsengebäude nach Medienberichten rund 1.000 Mitarbeiter und Händler auf. Auf Videos örtlicher Medien war zu sehen, wie Sicherheitskräfte das Gebiet rund um das Börsengebäude räumten. Immer wieder waren Schüsse und Explosionen zu hören.

Karachi galt lange Zeit als einer der Brennpunkte der Kriminalität und politischen Gewalt in Pakistan. In den vergangenen Jahren hat sich die Situation stabilisiert, jedoch gibt es immer wieder vereinzelte Angriffe militanter Gruppen.

Die Befreiungsarmee von Baluchistan ist eine von zahlreichen extremistischen Gruppierungen, die in der Region aktiv sind. Die USA stufen die Miliz als Terrororganisation ein. Baluchistan liegt im Südwesten Pakistans an der Grenze zu Afghanistan und zum Iran und ist die ärmste und instabilste Provinz des Landes. Sie gilt als Hochburg islamistischer Aufständischer.

In den vergangenen Jahren verübte die BLA landesweit mehrere Anschläge. Bei einem Angriff auf ein Luxushotel in der südpakistanischen Stadt Gwadar töteten Kämpfer der Miliz im Mai vergangenen Jahres fünf Menschen.

Auch chinesische Einrichtungen hat die BLA immer wieder ins Visier genommen. Die Extremisten sind der Ansicht, dass die Bewohner Baluchistans von Profiten, die großangelegte chinesische Infrastrukturprojekte bringen, ausgeschlossen werden.