Selbstmordattentäter sprengten sich in die Luft. Im Iran haben mehrere Bewaffnete im Parlament und am Grabmal des Revolutionsführers Ayatollah Khomeini um sich geschossen und Selbstmordattentate verübt.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 07. Juni 2017 (11:14)

Bei dem Angriff auf das Parlament sind am Mittwoch einem Medienbericht zufolge sieben Menschen getötet worden. Zudem würden in den oberen Stockwerken des Gebäudes in Teheran Geiseln festgehalten, so Medien.

Bei den offenbar koordinierten Angriffen in Teheran haben sich insgesamt drei Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt. Nachdem bereits eine Frau am Mausoleum von Ayatollah Khomeini und einer der bewaffneten Angreifer im Parlament einen Sprengstoffgürtel gezündet hatten, habe sich ein "zweiter Terrorist" beim Grabmal in die Luft gesprengt, meldete das iranische Staatsfernsehen Irib am Mittwoch.

Die iranische Regierung stuft die Angriffe auf das Parlament und das Grabmal des Revolutionsführers Ayatollah Ruhollah Khomeini als Doppelanschlag ein. Terroristen hätten die Attentate verübt, erklärte das Geheimdienstministerium am Mittwoch dem staatlichen Fernsehen zufolge.

Nach jüngsten Meldungen der Nachrichtenagentur Tasnim wurden bei dem Angriff auf das Parlament sieben Menschen getötet. Vier weitere Menschen würden in den oberen Stockwerken des Gebäudes als Geiseln festgehalten. Die Identität der Angreifer und ihre Motive waren zunächst nicht klar.

Der Anschlag ereignete sich, während die Abgeordneten gerade eine Sitzung abhielten. Fernsehbilder zeigten, wie die Parlamentarier ungerührt ihre Debatte fortsetzten, während draußen Schüsse zu hören waren. Parlamentspräsident Ali Larijani bezeichnete die Angriffe als "nebensächliche Angelegenheit" und zeigte sich überzeugt, dass die Sicherheitskräfte damit fertig werden würden.

Der Iran war in den vergangenen Jahren weitgehend verschont worden von Anschlägen. Die schiitische Regionalmacht ist aktiv an den Konflikten im Irak und Syrien beteiligt. Es gab immer wieder Drohungen der Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) und anderer sunnitischer Extremistengruppen gegen den Iran, doch verübten sie bisher keine größeren Anschläge im Land.

Der Iran spielt auch eine Rolle in der gegenwärtigen Krise um den Golfstaat Katar. Irans Erzfeind Saudi-Arabien und weitere arabische Staaten haben die diplomatischen Beziehungen zu Katar gekappt und werfen dem Land vor, Terroristen und den Iran zu unterstützen, was die Regierung in Doha zurückweist. Der Iran sieht sich als eigentliches Ziel des Vorstoßes der arabischen Staaten und die USA als Strippenzieher, zumal er kurz nach dem Besuch von US-Präsident Donald Trump in Saudi-Arabien folgte.