Löger lässt Länder-Kosten durchrechnen. In der Debatte um den Kostenersatz für die Abschaffung des Pflegeregresses sollen laut Finanzminister Hartwig Löger (ÖVP) die "Differenzkosten" der Bundesländer bis Juni feststehen.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 15. Februar 2018 (11:46)
Pflegebereich vor großen Herausforderungen
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Zunächst soll eine Arbeitsgruppe die "Faktoren für die echte Berechnung der Differenzkosten festlegen", sagte Löger am Donnerstag in Innsbruck. Zu diesen errechneten Kosten werde der Bund dann "stehen", sagte Löger.

Gemeinden drängen auf Kostenersatz

Zuletzt hatten Länder und Gemeinden massiv auf Kostenersatz für die Abschaffung des Pflegeregresses gedrängt. Vorarlbergs Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) drohte dem Bund mit dem Gang zum Verfassungsgerichtshof (VfGH), falls nicht bis Juni eine Lösung auf dem Tisch liege. Der Gemeindebund erwartete Kosten zwischen 350 und 500 Mio. Euro, den Ländern wurden beim Beschluss der Regress-Abschaffung aber nur 100 Mio. Euro zugesagt.

"Eine Diskussion über die Größenordnung ist derzeit nicht machbar", wollte der Finanzminister bei dem Hintergrundgespräch mit Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) seinerseits keine Schätzung der anfallenden Kosten abgeben. Deshalb brauche man ja auch "klare, gemeinsame Berechnungsparameter", die die Arbeitsgruppe nun erarbeiten soll. Die "Ausgangsbasis" für die Berechnung sei der Stichtag 31. Dezember 2017. Die von Bundesseite zugesagten 100 Millionen Euro seien jedenfalls ein "erster Schritt zur Finanzierung" und würden bereitgestellt.

41 Mio. Euro Kosten für die Abschaffung des Regresses

Platter zeigte sich zufrieden mit dem von Löger nunmehr festgelegten "Prozedere". Er sei "einverstanden" damit, dass bis April die Grundlage für die Berechnung erarbeitet werde. Für Tirol rechnete der Landeshauptmann und Finanzreferent im Jahr 2018 mit rund 41 Mio. Euro an Kosten für die Abschaffung des Regresses.

Platter und Löger sprachen sich zudem dafür aus, die "Pflege zuhause" zu unterstützen. "Wenn das wegbricht, haben wir ein ganz anderes Problem", warnte der Landeschef. Die "private und persönliche Pflege" zu stärken, sei überhaupt die größte Herausforderung, pflichtete Parteifreund Löger bei. Allein eine Diskussion über den Ersatz der anfallenden Kosten zu führen, sei zu wenig. Man müsse "gesamtheitlich diskutieren", so der Finanzminister.