Liszt-Festival 2018 im Zeichen von zwei Jubiläen. Utl.: Zehn Jahre Intendantenduo Kutrowatz - Liszt Verein Raiding begeht 50-jähriges Bestehen - Uraufführung mit eigenem Festivalorchester im kommenden Jahr

Von Redaktion, APA. Erstellt am 12. September 2017 (13:40)
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Seit 2009 sind Eduard und Johannes Kutrowatz künstlerische Leiter des Lisztfestivals Raiding. Das umtriebige Duo hat auch die Leitung beim Klangfrühling Schlaining inne.
NOEN, Duo Kutrowatz

Das Liszt-Festival in Raiding wird im kommenden Jahr im Zeichen von zwei Jubiläen stehen. Einerseits feiert das mittelburgenländische Festival zehn Jahre Intendanz der Brüder Johannes und Eduard Kutrowatz, andererseits begeht der Franz Liszt Verein sein 50-jähriges Bestehen. Weiters soll 2018 erstmals ein eigenes Festivalorchester in Erscheinung treten, so Eduard Kutrowatz am Dienstag in Raiding.

Die Gründung eines eigenen Festivalorchesters sei nach zehn Jahren "fast notwendig", stellte der Intendant fest. Dieses werde nach dem Vorbild des Chamber Orchestra of Europe aus hervorragenden Musikern aus ganz Europa bestehen. Das Liszt Festival Orchester wird im März bei der Uraufführung eines Werkes von Eduard Kutrowatz zu hören sein.

Das Ziel in ihrer Arbeit als Intendanten sei gewesen, ein "eigenständiges, wichtiges Festival" zu etablieren, bilanzierte Kutrowatz. Inzwischen könne mit Fug und Recht gesagt werden, "das Liszt-Festival Raiding ist international die wichtigste Aufführungsstätte für das Werk von Franz Liszt". Seit der Gründung sei der Anteil, den Liszts Werke auf den großen Bühnen haben, gestiegen.

Komponist bleibt "Star des Festivals"

Der Star des Festivals sei nach wie vor der Komponist selbst. Knapp die Hälfte seines Werkes sei in den zehn Jahren zur Aufführung gekommen, erklärte Eduard Kutrowatz. Das "hehre Ziel" sei, das Gesamtwerk aufzuführen, wenngleich dies noch einiges an Arbeit bedeute.

Es sei "Luxus und Privileg und Ehre und ein unglaubliches Herzensanliegen", so ein Jubiläum und so ein Haus betreuen zu dürfen, ergänzte Johannes Kutrowatz. Dieser Luxus finde sich auch in der Programmgestaltung für 2018 wieder. Den Anfang macht der Pianist Boris Bloch, der beim Eröffnungskonzert am 16. März sowohl auf einem Steinway-Flügel als auf einem Erard-Flügel konzertieren werde. Weiters sei Pianist Boris Giltburg mit einem "Monsterprogramm" zu Gast. Zum Jubiläum hätte man sich zudem "Carmina Burana" in der Bearbeitung für zwei Klaviere und Schlagwerker gegönnt, so Johannes Kutrowatz.

Einen wesentlichen Eckpfeiler des Festivals bilden die weiblichen Stars. So geben sich die Geigenvirtuosin Lidia Baich, die Pianistinnen Lilya Zilberstein und Beatrice Berrut sowie die Gesangssolistinnen Ildiko Raimondi und Elisabeth Kulman die Ehre.

Strukturell werde 2018 ausschließlich auf Freitag- bis Sonntag-Module gesetzt, da diese Tage vom Publikum am besten angenommen würden, erklärte das Intendantenduo. Die Zahl der Konzerte steige durch diese Änderung.

Der Liszt Verein Raiding blickt im kommenden Jahr auf fünf Jahrzehnte seines Bestehens zurück. Mit 450 Mitgliedern handle es sich um den größten Liszt Verein weltweit, berichtete Obmann Manfred Fuchs. Zum Jubiläum werde die Liszt-Orgel restauriert. Das aus dem Jahr 1770 stammende Instrument soll dann in die Liszt-Bibliothek in Raiding integriert werden. Die etwa 1.000 Bände und rund 600 Liszt-Noten umfassende Bibliothek werde derzeit aufgearbeitet.

Das Publikum erwarte 2018 ein großartiges Programm umrahmt von zwei Jubiläen, sagte Kulturlandesrat Helmut Bieler (SPÖ). Das Liszt-Festival lebe von Franz Liszt, aber auch von den Brüdern Kutrowatz. Die beiden Pianisten wären trotz ihres Erfolgs bodenständig geblieben, betonte Bieler.

www.lisztfestival.at