Ein heikler Rekord in Neusiedl. Ein Blauglockenbaum in Neusiedl am See wuchs in nur einer Saison über sechs Meter. Gärtner warnen vor der Pflanze.

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 22. November 2019 (05:19)
Beglaubigt. Notar Karl Heinz Halbritter dokumentierte mit seinem Team den Neusiedler Rekordwuchs.
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„Zaubergärtner“ Wolfgang Stockinger hat in der Stadt einen Blauglockenbaum (Paulownia tomentosa) mit rekordverdächtigem Wuchs entdeckt. In nur einer Saison habe sein Neuaustrieb ein Längenwachstum von „sagenhaften“ 6,20 Metern erreicht, berichtete der umtriebige Gärtner.

Invasiv. Über sechs Meter wuchs der Trieb des Blauglockenbaumes in nur einer einzigen Saison. Foto: privat
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Der Riesenwuchs im Vorgarten von Frau Schöberl wurde sogar notariell beglaubigt. Notar Heinz Halbritter und sein Kanzleiteam zeigten sich gerne bereit, den Rekordbaum und dessen ungewöhnlich rasanten Wuchs offiziell zu dokumentieren.

Die Freude über den Rekordbaum bleibt allerdings gedämpft. Pflanzenexperte Wolfgang Stockinger warnt sogar vor dem Blauglockenbaum. Er sei invasiv.

Die Pflanze stammt ursprünglich aus Zentral- und Westchina und wird in unseren Breiten aufgrund ihrer sehr großen herzförmigen Blätter und attraktiven lilablauen Glöckchenblüten nicht selten in Gärten gepflanzt. Stockinger gibt einen wichtigen Tipp: „Die Pflanze sollte mit Vorsicht gepflanzt beziehungsweise deren Früchte besser entfernt werden, weil deren Samen häufig aus Mauerritzen keimen, lästig werden und auch Schäden verursachen können.“

Botaniker und Naturschützer betrachten die Pflanze als invasiven Neophythen. Das sind gebietsfremde Pflanzen, die sich gegenüber einheimischen Pflanzen zu deren Nachteil verbreiten können. „Solche Pflanzen haben bei uns in freier Natur freilich nichts verloren“, ruft Wolfgang Stockinger zur Vorsicht auf.