Wolf riss Hirschkalb in St. Margarethen. Ein Wolf streift zwischen St. Margarethen, Siegendorf und Mörbisch umher, nun hinterließ er handfeste Spuren.

Von Nina Sorger. Erstellt am 22. März 2017 (06:15)
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Festgehalten. Eine Wildkamera machte erste Bilder, auf denen der Wolf undeutlich zu sehen aber dennoch eindeutig erkennbar ist.

Ein Wolf dürfte vergangene Woche in St. Margarethen gewildert und ein 70 Kilo schweres Hirschkalb gerissen haben. Hans Schindler, der Jagdleiter der Urbarialgemeinde, bestätigt: „Es sieht so aus, als hätte der Wolf das Hirschkalb am Feld gerissen und in den Wald, auf unser Gebiet geschleppt.“

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Spuren. Das rund 70 Kilo schwere Hirschkalb wurde eindeutig gerissen. Etwa 15 Kilo Fleisch fehlten.

Dass der Wolf, der sich seit Mitte November im Gebiet zwischen St. Margarethen, Mörbisch und Siegendorf aufhalten soll, keine Einbildung ist, beweisen mehrere Sichtungen: „Im Dezember habe ich ihn selbst gesehen, als er vor mir über die Straße gelaufen ist – am helllichten Tag“, erzählt Jäger Jürgen Schindler: „Er war etwa schäferhundgroß, daher war klar, dass es kein Goldschakal ist.“

Auch in Siegendorf wurde der Wolf gesichtet, und er könnte auch zwei Muffelschafe gerissen haben. Dies sei allerdings nicht sicher, so Jagdpächter Josef Sodfried, denn es könnte auch ein Goldschakal gewesen sein, von denen es bereits einige in der Gegend gibt.

Im St. Margarethener Fall wurde von der Bezirkshauptmannschaft der Experte Georg Rauer vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie hinzugezogen: „Er hat von dem Hirschkalb Proben genommen, die auf DNA-Spuren eines Wolfes untersucht werden, um festzustellen, woher er kommt“, so Jürgen Schindler. Laut dem Experten könnte der Wolf auf der Suche nach einem Rudel aus den Karpaten, aber auch aus Slowenien zugewandert sein.

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