Kritik an Schnedlitz nach "Unkraut"-Sager. Die Aussage von FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz, der seine Partei als "Unkrautbekämpfungsmittel" gegen ungezügelte Zuwanderung empfohlen hat, ist am Mittwoch auf heftige Kritik von SPÖ und Grünen gestoßen.

Von APA, Redaktion. Erstellt am 08. Juli 2020 (11:35)
Rücktritt von Michael Schnedlitz gefordert
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"Was Schnedlitz da abgesondert hat, ist Nazi-Sprache und es ist abstoßend und widerwärtig", sagte SPÖ-Bundesgeschäftsführer Christian Deutsch. Dass sich die FPÖ als "Unkrautbekämpfungsmittel" gegen Menschen sehe, die zugewandert und geflüchtet sind, ist für Deutsch "bestialisch und nichts anderes als eine indirekte Massenmord-Drohung". Er erwartet sich den sofortigen Rücktritt von Schnedlitz aus allen politischen Funktionen und sieht auch FPÖ-Obmann Norbert Hofer gefordert, von seinem Durchgriffsrecht in der FPÖ Gebrauch zu machen. Die gleiche Forderung erhoben auch die beiden SPÖ-Abgeordneten Nurten Yilmaz und Sabine Schatz, die von einer "unerträglichen und menschenverachtenden Rhetorik" sprachen.

Bereits am Dienstagabend hatte NEOS-Generalsekretär Nick Donig der FPÖ einen "neuen Tiefpunkt in der politischen Sprache" vorgeworfen.

Kritik kommt auch von der Wiener Neustädter Grünen-Stadträtin Tanja Windbüchler-Souschill: „Michael Schnedlitz beweist einmal mehr, dass er völlig ungeeignet ist, das Thema Soziales und Integration in Wiener Neustadt zu verantworten. Bürgermeister Schneeberger ist gefordert, die Agenden einem anderen Stadtsenats-Mitglied zu übertragen. Diese schamlose Grenzüberschreitung unterstreicht auch, warum wir Grüne niemals Teil dieser "bunten" Konstellation von ÖVP, SPÖ und FPÖ sein konnten“, so  Windbüchler-Souschill: „Die Geisteshaltung des Herrn Schnedlitz ist untragbar. Bürgermeister Schneeberger trägt dafür alleine die Verantwortung, dass die FPÖ in solch wichtiger Position in Wiener Neustadt ist. Nach der Wahl gab es mehrere Optionen, unter anderem eine Schwarz-Grüne-Koalition. Doch Klaus Schneeberger hat zuerst an die Tür der FPÖ und Michael Schnedlitz geklopft.“

Die Stadtparteichefin der Grünen fordert Schnedlitz zum Rücktritt auf:  „Einmal mehr glänzt die FPÖ mit rechten Aussagen, die Konsequenzen haben müssen. Ein Unkrautbekämpfungsmittel, das das Problem bei der Wurzel – nämlich der ungezügelten Zuwanderung – packt, ist klarer Rücktrittsgrund als Abgeordneter zum Nationalrat und als Stadtrat. Und es muss hier von Seiten der ÖVP endlich der Schlussstrich gezogen werden!“

Update 15:05 Uhr: Der Artikel wurde um die Aussagen Windbüchler-Souschills ergänzt.