Abgeschwächte "Irma" zieht weiter. Im US-Staat Florida haben nach dem Hurrikan "Irma" die Aufräumarbeiten begonnen. Das Ausmaß der Schäden wird nach und nach sichtbar. In der Nacht auf Dienstag bewegte sich "Irma" nach Nordwesten in Richtung der Bundesstaaten Alabama und Tennessee. Bis zum Abend könnte sich das Tief den Prognosen zufolge auflösen. Schätzungen zufolge kamen in der gesamten Region bisher rund 45 Menschen ums Leben.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 12. September 2017 (09:16)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
Auswirkungen in Florida allerorten zu sehen
APA/dpa

Der Sturm riss in vielen Teilen Floridas Hausdächer ab und kappte Leitungen. Millionen Haushalte waren ohne Strom. Nach Angaben des Hurrikanzentrums in Miami gingen die Sturmfluten in den Küstengebieten langsam zurück. Gefahr durch Überschwemmungen bestand jedoch weiter. Die Behörden versprachen, so schnell wie möglich die Strom- und Trinkwasserversorgung wieder herzustellen. In manchen Gebieten könnte dies aber Wochen dauern.

"Irma" schwächte sich am Montagabend (Ortszeit) zu einem tropischen Tief ab, brachte aber weiterhin starken Regen, heftigen Wind und Überschwemmungen in den Bundesstaaten Georgia und South Carolina.

Der Hurrikan war am vergangenen Mittwoch erstmals auf der kleinen Karibikinsel Barbuda an Land getroffen. Es ist einer der schwersten jemals in der Region registrierten Stürme. Einige Gegenden in der Karibik wurden so schwer zerstört, dass sie als unbewohnbar gelten.

In der Karibik gab es 34 Todesopfer, darunter zehn in Kuba. Auch in den USA starben dem Sender ABC zufolge mindestens zehn Menschen: Sechs in Florida, drei in Georgia, ein Opfer gab es in South Carolina.

Angespannt blieb die Lage in Florida: Jacksonville, mit rund 880.000 Einwohnern die größte Stadt des Bundesstaats, stand unter Wasser. Die Pegelstände erreichten nach Angaben der Behörden Rekordhöhen. Ein Park in der Stadt glich einem See, wie auf Aufnahmen zu sehen war.

Auf den Florida Keys boten sich Bilder massiver Verwüstung. Die Inseln waren von der Außenwelt abgeschnitten, Telefon- und Internetverbindungen unterbrochen. Auf Bildern waren zerstörte Häuser zu sehen, sie hatten sich zum Teil von ihren Fundamenten gelöst. Boote wurden aufs Land gespült, Bäume waren eingeknickt. Die Inselgruppe war Sonntagfrüh direkt vom Auge des Sturms getroffen worden. Sie liegt vor der Südspitze Floridas und hat rund 70.000 Einwohner.

Das Weiße Haus rechnete damit, dass geflohene Bewohner möglicherweise über Wochen nicht zurückkehren können. Es werde dauern, bis sich die Gegend von dem Sturm erholt habe, sagte der Heimatschutzberater des Weißen Hauses, Tom Bossert.

Nach Angaben der Behörden waren am Montag mehr als 7,2 Millionen Haushalte und Geschäfte in Florida von der Stromversorgung abgeschnitten - mehr als die Hälfte aller Haushalte in dem US-Staat. Die Katastrophenschutzbehörde Fema rechnete damit, dass einige Gegenden noch über Wochen keinen Strom haben könnten. Floridas Gouverneur Rick Scott sagte: "Wir wollen allen helfen, so schnell wie möglich wieder zum normalen Leben zurückzukehren." Das werde gleichwohl einige Zeit dauern, seien die Schäden mancherorts doch sehr groß.