Falscher Profifotograf verurteilt. Weil er sich als Profifotograf ausgab und bei Fotoshootings im Burgenland Models sexuell belästigte, hat sich ein 30-Jähriger am Dienstag in Eisenstadt vor Gericht verantworten müssen.

Von APA Red. Erstellt am 06. März 2018 (12:44)
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Der Beschuldigte hatte den Frauen für die Fotos auch Geld versprochen, blieb dieses aber schuldig. Er wurde zu elf Monaten bedingter Haft und 2.100 Euro Geldstrafe verurteilt. Das Urteil ist rechtskräftig.

Der Mann hatte sich im Vorjahr mit neun Frauen Termine für Fotoshootings im Nordburgenland ausgemacht. Die Aufnahmen erfolgten in mehr oder weniger freizügigen Posen, bis hin zu Nacktfotos. Die Anklage warf ihm vor, dabei in drei Fällen Frauen im Intimbereich berührt zu haben unter dem Vorwand, dass er Kleidung zurechtrücken wolle.

Der 30-Jährige, der auf den Rollstuhl angewiesen ist, bekannte sich vor Gericht teilweise schuldig. Auf die Frage von Richterin Karin Lückl, wie es zu den Vorfällen gekommen sei, antwortete der Beschuldigte: "Aus absoluter Blödheit". Er befinde sich mittlerweile in psychologischer Behandlung.

Er räumte auch ein, für die Shootings Geldbeträge in Aussicht gestellt zu haben, die er dann nicht habe bezahlen können. "Das ist ihnen aber schon klar, dass das Betrug ist", stellte die Richterin fest.

Angeklagter fotografierte mit Handy

Eine der Frauen, die als Zeuginnen befragt wurden, schilderte, dass für die Aufnahmen 750 Euro vereinbart gewesen seien. Geld habe sie noch keines bekommen, weshalb sie sich als Privatbeteiligte dem Verfahren anschloss. Beim Shooting sei ihr zunächst spanisch vorgekommen, dass der "Profifotograf" bei den Aufnahmen stets nur ein Handy benutzt habe.

Der 30-Jährige habe immer wieder etwas daran auszusetzen gehabt, wie sie ihre Outfits trug und dann gefragt, "ob er es richten darf". "Man hatte schon das Gefühl, als ob er die Situation ausgenützt hat", schilderte die Zeugin. Der Beschuldigte habe dann "Sorry, Sorry" geantwortet. Die Frau hatte zu dem Termin ihren Partner mitgenommen. Dieser sei schließlich dazwischengegangen, als der Fotograf gemeint habe, dass die Hose nicht perfekt säße und fragte, ob er das richten dürfe.

Der 30-Jährige wurde wegen sexueller Belästigung in zwei Fällen sowie wegen gewerbsmäßigen Betrugs verurteilt. Er muss zusätzlich zur Geldstrafe den Frauen binnen 14 Tagen insgesamt 1.600 Euro zahlen. Die zwei Handys, mit denen die Bilder gemacht wurden, wurden eingezogen. Sowohl der Beschuldigte als auch die Staatsanwältin verzichteten auf Rechtsmittel.

Der Mann war bereits einmal einschlägig vor einem Bezirksgericht gestanden, damals aber vom Vorwurf der sexuellen Belästigung freigesprochen worden. "Ich kann Ihnen nur raten: Lassen sie die Finger von diesen Dingen", gab ihm die Richterin mit auf den Weg.