Offenbar absolute Mehrheit für Regierungspartei. Simbabwes Regierungspartei Zanu-PF hat laut Staatsmedien die absolute Mehrheit im Parlament errungen. Die simbabwesische Wahlkommission habe die Ergebnisse für 153 der insgesamt 210 Sitze im Abgeordnetenhaus vorgelegt, berichteten die staatliche Mediengruppe ZBC am Mittwoch. Demnach hat Zanu-PF bereits 110 Sitze sicher, die oppositionelle Bewegung für Demokratischen Wandel hingegen nur 41 Mandate.

Von APA Red. Erstellt am 01. August 2018 (13:28)
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Mugabes Partei auch nach dessen Abgang voran

Die Auszählung für die übrigen Sitze dauerte an. Die Zanu-PF herrscht seit 1980 in dem südafrikanischen Land. Am Montag hatten in Simbabwe zum ersten Mal seit fast vier Jahrzehnten freie Wahlen stattgefunden. Nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Robert Mugabe im vergangenen November gingen die Bürger am Montag weitgehend friedlich zu den Urnen, um einen Präsidenten zu wählen und das Parlament sowie die Kommunalvertretungen neu zu besetzen.

Im Anschluss gaben sich sowohl Präsident Emmerson Mnangagwa (75) als auch Oppositionsführer Nelson Chamisa (40) siegesgewiss. Mnangagwa schrieb am Dienstag im Kurzbotschaftendienst Twitter, die Zanu-PF erhalte "extrem positive" Daten von der Auszählung. Chamisa twitterte, seine Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC) gewinne "haushoch".

Vor Bekanntwerden der neuen Ergebnisse der Parlamentswahl erklärte Chamisa am Mittwoch allerdings, die Präsidentschaftswahl sei manipuliert worden. "Wir haben die Wahl des Volkes gewonnen und werden das verteidigen!", schrieb er auf Twitter. Umfragen vor der Wahl hatten ein Kopf-an-Kopf-Rennen des MDC-Kandidaten und Mnangagwa vorausgesagt. Sollte keiner der Kandidaten eine Mehrheit erzielen, würde am 8. September eine Stichwahl stattfinden.

Die Wahlbeobachter der EU wollten am Mittwoch ihren Bericht zum Wahlverlauf vorstellen. Für das verarmte Simbabwe ist es eine Richtungsentscheidung: Mnangagwa war unter Mugabe viele Jahre Minister und später dessen rechte Hand, sein Wahlsieg würde die Herrschaft der Zanu-PF in ein viertes Jahrzehnt verlängern. Chamisa steht für einen Neuanfang.