Wind verblies Damen, Liensberger aber mit "Riesenspaß". Die erste alpine Ski-WM ohne Medaille für Österreichs Damenteam seit Schladming 1982 rückt immer näher.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 15. Februar 2019 (12:21)
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Liensberger traut sich im Slalom durchaus etwas zu

 Am Donnerstag gab es im Riesentorlauf die erwartete Niederlage, Katharina Liensberger belegte als Beste Platz 12. Bei stürmischen Bedingungen will die Vorarlbergerin aber das notwendige Gefühl für den Hang in Aare gefunden haben. "Es macht Riesenspaß, da zu fahren", bekannte Liensberger.

Im zweiten Durchgang verließ die Halbzeit-14. einmal viel zu weit die Ideallinie, dieser Fehler ließ sich auch mit einer flüssigen Fahrt im unteren Teil nicht wettmachen. Sie müsse einfach weiter an ihrer Konstanz feilen, sagte Liensberger später. Irgendwann wolle sie es schaffen, "die Schwünge wirklich in beiden Läufen zu zeigen, so dass ich auch im Riesentorlauf mein Können zeigen kann".

Grundsätzlich habe sie sich mittlerweile auf die hiesigen Verhältnisse eingestellt, was in Hinblick auf ihre stärkste Disziplin, den Slalom, nur positiv sein könne. "Ich muss sagen, ich bin jetzt mit jedem Lauf einfach immer mehr ins Fahren gekommen", erklärte Liensberger. "Es ist doch jetzt ganz was anderes, weil es einfach heißt bei dem Schnee, dass man andrücken muss, wirklich über die Linie pushen muss und das Letzte ausreizen muss. Dann ist sehr viel drin."

Bezüglich des Windes wollte die 21-Jährige nicht jammern. "Natürlich wünscht man sich faire Rennen", meinte Liensberger. "Ich möchte nicht sagen, dass es heute nicht fair war, aber es war natürlich ein schwieriges Rennen, was die Wetterlage betroffen hat." So etwas gehöre jedoch zum Sport dazu. "Es gilt immer wieder aufs Neue, sich bei jedem Rennen umzustellen. Jeder Hang, jeder Lauf, das ist die Variation. Das ist auch das Schöne am Skisport, das immer was anderes einen erwartet."

Ricarda Haaser konnte als 15. nicht zufrieden sein. Die Tirolerin kam mit den Verhältnissen nicht zurecht und in beiden Läufen nicht wirklich auf Zug. "Wenn ich mich ein bisschen weiter vorne platzieren hätte können, wäre es okay gewesen, so ist nicht ganz das Ziel erreicht", resümierte die Tirolerin. Im Riesentorlauf habe sie sich doch "ein bisschen mehr vorgenommen".

Bei der WM habe es für sie eigentlich in den Abfahrtstrainings am besten funktioniert. "Da habe ich sicher dazulernen können und habe mich in die richtige Richtung entwickelt", meinte Haaser, die sich schon auf Kombination und Abfahrt in einer Woche in Crans Montana freute. "Am besten da weitermachen, wo ich aufgehört habe. Da habe ich eigentlich ein ganz ein gutes Gefühl auf den langen Kurven."

Katharina Truppe blieb als Gesamt-24. ebenfalls unter ihrem Maximum. Mit Startnummer 7 in der Entscheidung hätte die Kärntnerin angreifen wollen, die große Attacke fand aber nicht statt. "Ich schmeiße meine Nerven nicht weg. Es war wieder ein Kennenlernen von der Piste", bemühte sich die Team-Vizeweltmeisterin, das Positive zu sehen. Bernadette Schild war bereits im ersten Durchgang vom Kurs gerutscht und mit einer Torstange zusammengestoßen.

Für Damen-Rennsportleiter Jürgen Kriechbaum stand schon vorher fest, dass der Riesentorlauf derzeit keine Top-Resultate erwarten lässt. Medaillen-Hoffnung Stephanie Brunner fehlte wie Anna Veith, beiden hatten einen Kreuzbandriss erlitten. Der volle Fokus gilt dem Slalom. "Klar, Riesentorlauf sind die Chancen eher geringer, aber Slalom haben wir gute Läuferinnen, auch wenn Katharina Gallhuber, auch wiederum wegen einer Verletzung, ausgefallen ist", sagte der Oberösterreicher. Liensberger, Schild, Truppe und Katharina Huber werden nun am Samstag versuchen, doch noch die ersehnte Damen-Medaille zu erobern.

Das schlechteste Abschneiden in einem WM-Riesentorlauf der Damen gab es für Österreich 1987 in Crans Montana. Damals belegte Sylvia Eder den 16. Platz, Elisabeth Kirchler und Sigrid Wolf schieden aus, Anita Wachter trat wegen einer Verletzung nicht an.