Erstellt am 14. Januar 2017, 20:53

von APA Red

Stoch gewann in Wisla vor Kraft. Unter dem tosenden Jubel von Zehntausenden Zuschauern hat Tournee-Sieger Kamil Stoch am Samstag in seiner Heimat nicht nur das Weltcup-Springen von Wisla gewonnen, sondern auch das Gelbe Trikot übernommen.

Ein Pole in Gelb und ein Österreicher am Podest  |  APA (AFP)

 Stefan Kraft kehrte nach seinem Magen-Darm-Virus stark zurück und landete als Zweiter zum sechsten Mal in dieser Saison auf dem Podest. Rang drei ging an den Deutschen Andreas Wellinger.

16,3 Punkte fehlten dem Salzburger am Ende eines von Winterstimmung bei Schneefall und wechselndem Wind geprägten Wertungstags auf Tournee-Champion Stoch, der als Halbzeitführender mit einem 124-m-Sprung Kraft ganze sieben Meter abnahm. Der auf Platz drei gelegene Michael Hayböck fiel im Finale auf Rang acht zurück, Manuel Fettner hielt seinen sechsten Zwischenrang und Andreas Kofler komplettierte als 14. das Quartett in den Top 15.

Österreichs Weltcup-Rekordmann Gregor Schlierenzauer verpasste bei seinem Comeback nach knapp über einem Jahr als 31. den zweiten Durchgang hauchdünn um 1,2 Punkte. Am Sonntag (14.30 Uhr) versucht sich der Tiroler erneut in der Qualifikation, der Bewerb startet um 16.00 Uhr. "Wenn man es ein bisserl mit Abstand betrachtet, dann nehme ich natürlich den Probedurchgang mit.

Der war lässig", erinnerte Schlierenzauer im Auslauf an den 131-m-Flug. "Dieser Durchgang war jetzt einfach nicht so lässig vom Tisch. Der Anlauf ist am Limit, die Dichte ist enorm und von dem her darf man sich keine Fehler erlauben", sagte der 53-fache Weltcupsieger.

"Im zweiten Durchgang war der Rückenwind doch stark, der zweite war nicht wirklich gut, Gott sei Dank ist sich Rang zwei ausgegangen", freute sich Kraft, der für Sonntag eine Kampfansage machte: "Ich will morgen wieder angreifen, irgendwann müssen wir Kamil wieder biegen."

Auch Hayböck konnte dem Ergebnis trotz des Rückfalls Gutes abgewinnen. "Mir ist im zweiten Durchgang leider ein kleiner Fehler unterlaufen, ich war zu spät. Trotzdem bin ich unter den Top Ten - das passt." Der Oberösterreicher möchte am Sonntag "zwei solche Sprünge wie den ersten" von Samstag zeigen.

Fettner war ebenfalls zufrieden. "Mein zweiter Sprung war besser als der erste. Es ist bitter, weil mir nur drei Punkte aufs Stockerl fehlen", bedauerte er aber doch das Verpassen des zweiten möglichen Podestplatzes.

Während Kraft und Hayböck in der Gesamtwertung ihren vierten bzw. sechsten Rang behielten, startet Doppel-Olympiasieger Stoch am Sonntag im Gelben Trikot. Der zuletzt schwächer gewordene bisherige Leader Prevc liegt 42 Punkte dahinter auf Rang zwei.