Website von Olympiasiegerin Dujmovits gehackt!. Laut "Krone" gab es eine Internet-Attacke mit politischem Hintergrund auf Snowboard-Olympiasiegerin Julia Dujmovits aus Sulz (Bezirk Güssing)!

Von Redaktion bvz.at. Erstellt am 01. März 2017 (17:01)
NOEN, ÖOC Spiess/honorarfrei
Ihr größter Moment: Julia Dujmovits holte 2014 bei Olympia in Sotschi/Krasnaya Polyana Gold - hier feiert sie im Austria Tirol House.

Wie die „Kronen Zeitung“ in ihrer Mittwoch-Abendausgabe berichtet, hat die Snowboard-Olympiasiegerin und zweifache WM-Silbermedaillengewinnerin Julia Dujmovits ihre Teilnahme am Weltcup-Rennen in Kayseri, Türkei, abgesagt. Der Grund sei ein Cyber-Angriff mit möglichem kurdischen Hintergrund auf die Website der 29-jährigen Sulzerin.

Sorry, ich bin nicht Snowboarderin geworden, um unter Polizeischutz und bewacht von Scharfschützen Rennen zu fahren.

Kayseri ist jene türkische Provinzhauptstadt, in der am 17. Dezember 2016 ein Selbstmordattentäter der PKK mit einer Autobombe 14 türkische Soldaten getötet und 55 Menschen verletzt hatte.

Für das Weltcup-Rennen in Kayseri am Samstag hat der internationale Skiverband FIS den Sportlern zwar ständigen Polizeischutz und sogar Scharfschützen an der Piste garantiert, dennoch bleibt Julia Dujmovits zuhause und bereitet sich auf die in 14 Tagen startende Snowboard-WM in Sierra Nevada, Spanien, vor.

Dujmovits selbst schrieb auf ihrer Website unter dem Titel "Warum ich nicht in die Türkei fahre – wie ich mich auf die WM vorbereite":

"Als wir vor einem Jahr das erste Weltcuprennen nahe der türkischen Stadt Kayseri gefahren sind, war ich vom Skigebiet am Erciyes (...) und vom Zuschauerinteresse begeistert. Es war extremer Nebel und trotzdem war das Rennen ein Highlight für die Region. In diesem einen Jahr seither ist sehr viel passiert in der Türkei. Wem Kayseri als Weltcup-Ort nichts gesagt hat, dem sagt die Stadt vielleicht seit 17. Dezember was: bei einem Bombenanschlag auf einen Bus starben dort 15 Menschen. (...) Als letzter WM-Test steht Samstag in Kayseri wieder ein GS auf dem Programm.

So gerne ich gestartet wäre, so gut ich noch ein Top-Resultat im GS gebrauchen hätte können, so sehr eine Top 3 Platzierung im Gesamtweltcup mein Ziel war: Nach langem hin und her habe ich mich dazu entschieden, nicht in die Türkei zu fahren! Ich sehe keinen Grund, meinen wahren Beweggrund dafür zu verschweigen: Ich habe kein gutes Gefühl dabei. (...) Jetzt wurde dann auch noch meine persönliche Internetseite gehackt, samt kryptischem Bekennerhinweis. Und die Reaktion der FIS auf eine offizielle Anfrage zur Lage in Kayseri war dann für mich auch nicht beruhigend, sondern ausschlaggebend für meine Entscheidung, meine Teilnahme zurückzuziehen.

Sinngemäß stand im Brief, wir sollen uns wegen der Sicherheit beim Weltcup doch bitte keine Sorgen machen, es seien Gendarmerie, Polizei, Geheimdienste und private Sicherheitskräfte im Dauereinsatz. Wir Athleten hätten permanenten Polizeischutz und während Training und Rennen seien zusätzlich auch noch Scharfschützen entlang der gesamten Piste postiert. Für mich gilt: Sorry, ich bin nicht Snowboarderin geworden, um unter Polizeischutz und bewacht von Scharfschützen Rennen zu fahren. In einem Land, dass aufgrund der aktuellen politischen Entwicklung einfach keine Sicherheit garantieren kann.

Ich betone: Das ist meine ganz persönliche Sichtweise. Ich respektiere natürlich, dass andere Athleten sich in diesem Fall anders entschieden haben."