Angeblich vier Festnahmen beim FC Barcelona. Die Polizei hat am Montag Büroräume im Stadion des spanischen Fußball-Giganten FC Barcelona durchsucht und vier Personen laut Medienberichten vorläufig in Gewahrsam genommen.

Von APA / NÖN.at. Update am 01. März 2021 (18:26)
Nicht nur finanziell in den Seilen: Der FC Barcelona
APA/dpa/Reuters

Der von Millionen-Schulden und Krisen gebeutelte Club erlebt damit wenige Tage vor der Präsidentwahl ein weiteres Erdbeben. Mehrere Medien berichteten übereinstimmend, dass die Polizeihandlungen eine Reihe prominenter aktueller und ehemaliger Führungskräfte betrifft.

Der Club von Superstar Lionel Messi teilte am Montag mit, die Aktion stehe in Zusammenhang mit den Justizermittlungen zu mutmaßlich illegalen Aktivitäten des Clubs in den sozialen Netzwerken, der sogenannten "Barcagate"-Affäre.

In den Mitteilungen der Polizei und des Clubs zu den Durchsuchungen war von Festnahmen vorerst allerdings nicht die Rede. Die entsprechenden Berichte wurden aber auch nicht dementiert. Die Durchsuchungen im Stadion bzw. in Privatwohnungen begannen den Medien zufolge in den frühen Morgenstunden und waren am frühen Nachmittag noch im Gange. Man habe mit den Behörden in allem kooperiert, teilte der Verein mit.

Clubfunktionäre werden beschuldigt, eine Verleumdungskampagne gegen Spieler und andere Personen initiiert zu haben, die sich kritisch über die damalige Vereinsführung um Präsident Josep Maria Bartomeu geäußert hatten. Zu den Opfern von "Barcagate" sollen unter anderem Messi und Mannschaftskapitän Gerard Pique, aber auch Messis Ehefrau Antonella Rocuzzo gehören. Der Skandal wurde im Februar 2020 vom Radiosender Cadena Ser enthüllt. Bei den Ermittlungen der Justiz werden unter anderem die Vorwürfe der "Korruption" und der "unlauteren Verwaltung" erhoben.

Bartomeu war Ende Oktober zurückgetreten, nachdem er den abwanderungswilligen Messi daran gehindert hatte, den Club ein knappes Jahr vor Ablauf seines Vertrages zu verlassen. Der neue Präsident wird am Sonntag gewählt. Die Abstimmung sollte am 24. Jänner stattfinden, wurde aber wegen der Pandemie verschoben.

Der frühere Clubchef Joan Laporta, der mit guten Chancen antritt, bezeichnete die Nachricht von der Polizeiaktion im Camp Nou als "schockierend". Es gelte aber zunächst für alle die Unschuldsvermutung.

Die neue Entwicklung in der "Barcagate"-Affäre bringt zusätzliche Unruhe in den finanziell, sportlich und institutionell strauchelnden Club. In der Liga haben Messi & Co. bei einem Spiel mehr schon fünf Punkte Rückstand auf Tabellenführer Atletico Madrid. In der Champions League und im Cup steht der Club nach Hinspiel-Pleiten gegen PSG (1:4 daheim) und den FC Sevilla (0:2 auswärts/Rückspiel am Mittwoch) vor dem Aus.