Vier von zehn waschen Hände auf Toiletten ohne Seife. Vier von zehn Toilettenbesucher verlassen das stille Örtchen wieder, ohne sich die Hände mit Seife gewaschen zu haben. Den Händedesinfektions-Spender verwendet nur rund jeder Neunte. Das geht aus einem Bericht des Salzburger Hygienespezialisten Hagleitner hervor, der das Nutzerverhalten in 100 WC-Anlagen in Österreich und Deutschland analysiert hat.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 03. Mai 2019 (11:11)
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Händewaschen mit Seife schützt vor Keimen

In den Toiletten - 79 in Österreich und 21 in Deutschland - hat Hagleitner Lichtschranken und spezielle Seifen- und Desinfektions-Spender installiert, die jede Nutzung registrieren. Aufgezeichnet wurden die Werte im Zeitraum von 1. Jänner bis 30. April, also genau in der Jahreszeit mit den häufigsten Infektionskrankheiten. Personenbezogene Daten seien dabei nicht ermittelt worden, betonte das Unternehmen am Freitag.

Insgesamt wurden in den vier Monaten 78.172 Nutzer der Toiletten gezählt. 47.711 Mal wurde in dieser Zeit ein Schaumseifenspender verwendet, das sind 61 Prozent der gezählten Personen. Deutlich seltener wurde zum Spender mit Desinfektionsmittel gegriffen: 8.665 Nutzungen entspricht elf Prozent, das heißt, dass nur jeder Neunte von dieser Möglichkeit Gebrauch macht. Wie oft sich Menschen nur mit Wasser die Hände gewaschen haben, wurde nicht erhoben.

In jeder WC-Anlage standen beide Spender-Arten nebeneinander zur Verfügung. Selbst für den Fall, dass kein einziger Nutzer beide Spender verwendet hat, wären zumindest 28 Prozent der Toilettenbesucher ohne Seife noch Desinfektion zu benutzen wieder gegangen.

Der kommende Sonntag (5. Mai) ist Welttag der Händehygiene. Laut Florian Thalhammer von der klinischen Abteilung für Infektionen und Tropenmedizin der MedUni Wien und AKH werden rund 80 Prozent aller Infektionen über die Hände übertragen. "Das klassische Beispiel sind Erkältungskrankheiten wie Schnupfen oder Grippe. Händewaschen verringert diese Gefahr massiv, da die Keimzahl um mehr als 99 Prozent reduziert werden kann."