Murenabgänge und Überflutungen in Vorarlberg. Anhaltend starker Regen hat in Vorarlberg zu Murenabgängen sowie kleinräumigen Überflutungen und damit verbundenen Straßensperren geführt. Die Feuerwehren standen bis zum frühen Dienstagvormittag 43 Mal im Einsatz, teilte die Rettungs- und Feuerwehrleitstelle (RFL) auf APA-Anfrage mit. Da die Niederschläge andauerten, war mit weiteren Einsätzen zu rechnen. Verletzt wurde bisher niemand.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 21. Mai 2019 (14:09)
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Mehrere Straßen wurden überschwemmt

In Teilen Vorarlbergs - etwa im Bregenzerwald, aber auch in Dornbirn - fielen innerhalb von 24 Stunden mehr als 100 Liter Regen pro Quadratmeter. Bregenzerach und Leiblach führten Hochwasser, wie es laut Statistik lediglich im Abstand von fünf bis zehn Jahren vorkommt. Der Pegel des Bodensees legte seit Montag um 20 Zentimeter zu, er lag mit 358 Zentimeter aber noch rund 16 Zentimeter unter dem langjährigen Durchschnitt für diese Jahreszeit.

Bei den Feuerwehreinsätzen galt es in erster Linie vollgelaufene Keller auszupumpen sowie Gebäude vor dem Eindringen von Wasser zu sichern. "Es liegt alles im Rahmen", hieß es seitens der RFL-Einsatzleitung. Murenabgänge wurden in Langen bei Bregenz, in Eichenberg (Bez. Bregenz) sowie im am Bödele gelegenen Dornbirner Stadtteil Ammenegg verzeichnet.

Wegen Überflutung gesperrt werden musste etwa die Auffahrt Dornbirn-Nord auf der Rheintalautobahn (A14) in Richtung Bregenz, die Überholspur war in diesem Bereich ebenfalls nicht befahrbar. Eine weitere Straßensperre betraf die Senderstraße (L41) zwischen Lustenau und Wolfurt, die für den Verkehrsfluss im unteren Rheintal wichtig ist.

Laut Angaben der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) regnete es bis Dienstagvormittag in den vorangegangenen 48 Stunden am meisten in Alberschwende im Bregenzerwald. 180 Millimeter (Liter pro Quadratmeter, Anm.) kamen dort zusammen. In Bregenz wurden 160 Millimeter registriert, in Dornbirn 130. In Tirol gab es in Kössen und Reutte jeweils 95 Millimeter, in Achenkirchen waren es 85 und in Kufstein 70.

Auch in Salzburg gab es beachtlichen Niederschlag, in Salzburg Freisaal wurden 60 Millimeter verzeichnet. In Braunau und Ranshofen in Oberösterreich sowie am Innsbrucker Flughafen wurden 50 Millimeter registriert.

In den nächsten Stunden hält der Regen im Westen an. Weitere Muren und zumindest kleinräumige Überflutungen sind möglich, vor allem in Vorarlberg und Nordtirol. Bis Mittwochvormittag erwartet die ZAMG für den Großteil Vorarlbergs weitere zehn bis 30 Millimeter, im Bregenzerwald 30 bis 50, vereinzelt um 70 Millimeter.

Im Großteil Tirols regnet es bis Mittwochvormittag zehn bis 30 Millimeter. Im Bezirk Kitzbühel und allgemein in den Grenzregionen zu Bayern sind 30 bis 50, vereinzelt auch 70 Millimeter Regen zu erwarten.

In Salzburg und Oberösterreich erwartet die ZAMG bis Mittwochvormittag in den meisten Regionen zwischen zehn und 30 Millimeter Regen, besonders im Flachgau und im Bezirk Braunau auch um die 50 Millimeter. Erst am Mittwochnachmittag lässt der Regen laut Prognose der ZAMG dann überall deutlich nach. Donnerstag und Freitag bringen nur vereinzelte Schauer.