Höchste Sturm-Warnstufe im Nordwesten Österreichs. Das Sturmtief wird in Österreich am Montag zu den Mittagsstunden den Höhepunkt erreichen und insbesondere in Nieder- und Oberösterreich für Spitzen von 100 km/h und darüber sorgen, auch Teile Tirols und Vorarlbergs sind betroffen. Die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) hat daher die höchste von vier Warnstufen ausgerufen. Die Extreme werden in etwa bis 13.00 Uhr andauern.

Von APA, Redaktion. Erstellt am 10. Februar 2020 (12:45)
Sturmböen von 100 km/h fegen über Österreich hinweg
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Laut der ZAMG gehen die Spitzen in höheren Wetterlagen grundsätzlich noch weiter als in den Tieflagen, 120 bis 130 km/h und darüber sind dort möglich. Südlich des Alpenhauptkammes, in der Steiermark und in Kärnten, ist es nur windig.

Laut ÖBB kommt es im Fernverkehr zwischen Deutschland, Tschechien und Österreich wegen "Sabine" zu starken Einschränkungen, am Vormittag wurden vom Flughafen Wien in Schwechat 31 ausgefallene von über 600 geplanten Flügen vermeldet, 14 Abflüge und 17 Ankünfte sind betroffen, sagte ein Sprecher der APA.

In Wien sind zahlreiche Parks gesperrt. Die bekanntesten Anlagen darunter sind die Prater Hauptallee, der Donaupark, der Wasserpark, der Türkenschanzpark und der Kurpark Oberlaa. Das sagte der Wiener Stadtgartendirektor Rainer Weisgram am Montag der APA. Auch der Tiergarten Schönbrunn schloss seine Pforten gegen 11.00 Uhr, die Bundesgärten schlossen Augarten, Belvederegarten, Burg- und Volksgarten und den Schlosspark Schönbrunn. Offen sind die Friedhöfe, jedoch riet ein Sprecher der Bestattung Wien diese nur bei unbedingter Notwendigkeit aufzusuchen. Gesperrt ist am Montag auch der Eistraum am Rathausplatz, zumindest bis 17.00 Uhr. Der Lainzer Tiergarten bleibt laut Forstdirektor Andreas Januskovecz ebenfalls geschlossen.

Sturmtief "Sabrina" sorgte für zahlreiche Feuerwehreinsätze in Vorarlberg. Bis Mittag gingen bei der Rettungs- und Feuerwehrleitstelle (RFL) 67 Alarmierungen ein. In der Mehrzahl der Fälle ging es um verlegte Straßen und abgedeckte Dächer, in Bregenz stürzte ein Baum auf einen Pferdestall, in einem Hafen in Hard am Bodensee sank ein Boot. Verletzt wurde vorerst niemand.

Auch im Waldviertel rückte die Feuerwehr zahlreich aus. Die Franz-Josefs-Bahn wurde "wegen Unwetterschäden" im Abschnitt Göpfritz - Ceske Velenice gesperrt, berichteten die ÖBB auf ihrer Website. Beim Bahnhof Pürbach war ein Baum in die Oberleitung gestürzt, teilte Christopher Seif von den Bundesbahnen mit.

In Oberösterreich führte "Sabine" zu ersten Behinderungen im Bus- und Bahnverkehr. Wegen umgestürzter Bäume oder anderer Gegenstände auf Straßen und Schienen meldete der Oberösterreichische Verkehrsverbund OÖVV zahlreiche Verzögerungen oder Totalausfälle. Die Feuerwehren waren mit 1.800 Leuten im Großeinsatz. Die Feuerwehren standen seit etwa 8.30 Uhr im Dauereinsatz. Der Sturm hatte vor allem den Norden des Bundeslandes fest im Griff.

Die Freiwillige Feuerwehr Haslach (Bezirk Rohrbach) rettete Montagvormittag Insassen aus acht Fahrzeugen, weil diese zwischen umgestürzter Bäume auf einem Waldstück der Bundesstraße 38 eingesperrt waren. Für die Personen habe "akute Gefahr durch weitere umstürzende Bäume" bestanden, teilt die Feuerwehr mit.

In den nordwestlichen Landesteilen wird der Wind auch am Dienstag noch einmal auffrischen, jedoch werden die Spitzen nur noch bei 60 bis 90 km/h liegen. Die aktuelle ZAMG-Prognose hat jedoch im nördlichen Tirol und Vorarlberg auch hier noch einmal die Höchstwarnstufe prognostiziert.