Erstellt am 27. Dezember 2016, 14:52

von APA Red

Moskau sondiert mit syrischen Rebellen Feuerpause. Im syrischen Bürgerkrieg starten Russland, die Türkei und der Iran ohne UNO-Beteiligung einen neuen Vorstoß für eine Feuerpause.

Zufahrtsstraßen zu dem Tal unter Kontrolle der Republikanischen Garde  |  APA/ag.

Nach Angaben des russischen Außenministers Sergej Lawrow sondieren Rebellen und Vertreter des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad eine Teilnahme an einer Konferenz in Astana. Zugleich kritisierte Moskau eine US-Rüstungshilfe für die Rebellen als "feindlichen Akt".

Im syrischen Bürgerkrieg sind Friedensbemühungen unter Leitung der Vereinten Nationen, an denen neben Russland, der Türkei, und dem Iran auch die USA, regionale Mächte sowie europäische Staaten beteiligt waren, mehrfach gescheitert. Nach dem Sieg der Assad-Truppen über die Rebellen in der Großstadt Aleppo wollen nun Vertreter der drei Länder mit Abgesandten Assads in der kasachischen Hauptstadt Astana Gespräche über eine Feuerpause führen. "Wir werden unsere Kooperation mit Ankara, Teheran und anderen Ländern der Region ausbauen", kündigte Lawrow an.

Die russische Nachrichtenagentur RIA meldete unter Berufung auf Diplomatenkreise, Vertreter des russischen und türkischen Militärs würden mit Vertretern der Rebellen in Ankara über eine landesweite Feuerpause sprechen. Das Hohe Verhandlungskomitee der Aufständischen sagte der Nachrichtenagentur Reuters jedoch, es gebe keine Kontakte mit Assad. Offen blieb nach den Äußerungen aus Russland, welche Fraktion der in unterschiedliche Gruppen aufgespaltenen Aufständischen mit den Vertretern Assads verhandelt

Den USA warf Russland wegen der angekündigten Lockerung der Auflagen für Rüstungslieferungen an Rebellen einen "feindlichen Akt" vor. Dadurch würden russische Flugzeuge und russische Soldaten gefährdet. Das Außenministerium in Moskau erklärte nach einem Bericht der Nachrichtenagentur RIA, die Regierung des scheidenden Präsidenten Barack Obama versuche die Situation in der Welt zu verkomplizieren, bevor sein Nachfolger Donald Trump im kommenden Monat das Amt übernehme.

Die russische Luftwaffe unterstützt Assad im Kampf gegen die Aufständischen, der Iran hilft ihm mit schiitischen Milizen. Die Türkei zählt zwar zu den Gegnern Assads. Der Regierung in Ankara geht es jedoch vor allem darum, kurdische Rebellengruppen klein zu halten, damit die Kurden in der Türkei nicht einen starken Partner bekommen. Die USA und eine mit ihre verbündete Koalition hilft als moderat geltenden Rebellen mit Luftangriffen und Logistik. Die Gegner von Assad sind in mehrere Gruppen gespalten, die sich teilweise gegenseitig bekämpfen.

In Deutschland stellte das Entwicklungsministerium 15 Millionen Euro für medizinische Hilfen für Syrien bereit. Damit könnten rund tausend Ärzte, Krankenschwestern und Psychologen ihre Arbeit in den nächsten 30 Monaten fortsetzen, sagte ein Ministeriumssprecher. Geplant seien Kooperationen mit Krankenhäusern, Gesundheitsstationen und Beratungseinrichtungen in den Regionen Aleppo, Idlib und Hama. Am Montag war ein Friedensmarsch in Berlin nach Aleppo aufgebrochen. Man wolle vor allem erreichen, dass humanitäre Hilfe wieder Syrien erreiche, sagte Aktivistin Ewelina Wenke Reuters-TV.