Erstellt am 20. Januar 2017, 12:06

von APA Red

Suche nach Feuerwehrleuten geht weiter. Nach dem Einsturz eines brennenden Hochhauses in der iranischen Hauptstadt Teheran haben Rettungskräfte ihre Suche nach rund 20 vermissten Feuerwehrleuten fortgesetzt.

Es ist mit dem Schlimmsten zu rechnen  |  APA/ag.

Obwohl sie die ganze Nacht durchgearbeitet haben, fanden sie bis Freitagfrüh weder Überlebende noch Leichen. Ein Feuerwehrmann, der sich kurz vor dem Einsturz retten konnte, erlag inzwischen seinen schweren Brandverletzungen.

In dem 1962 eröffneten Plasco-Gebäude, dem ältesten Hochhaus des Landes, war Donnerstagfrüh ein Feuer ausgebrochen, über 80 Menschen wurden dabei verletzt. Das gesamte Gebäude wurde evakuiert, doch inmitten der Löscharbeiten stürzte es in sich zusammen.

Nach Angaben von Bürgermeister Mohammed Bagher Ghalibaf hatte die Feuerwehr einen ersten Brand in den obersten Stockwerken zunächst unter Kontrolle gebracht. Später dann entfachte aber eine Explosion in der zehnten Etage ein neues Feuer, daraufhin brachen die Stahlstützen des Gebäudes in sich zusammen.

24 Stunden nach der Tragödie war die genaue Zahl der Opfer weiter unklar. Teherans Bürgermeister hatte am Vortag von bis zu 25 verschütteten Feuerwehrleuten gesprochen.

Unklar war auch weiterhin die Brandursache. Präsident Hassan Rouhani ordnete sofortige Ermittlungen an. Nach Angaben eines Sprechers der Stadtverwaltung hatten die Verwalter des Hochhauses wiederholte Warnungen in den Wind geschlagen, dass das Gebäude nicht sicher sei.

Im Plasco-Hochhaus waren ein Einkaufszentrum sowie rund 400 Nähereien untergebracht. Viele der Shops und Werkstätten waren nach Angaben der iranischen Handelskammer nicht versichert. Sie schätzte die Schäden auf umgerechnet knapp 450 Millionen Euro.

Die Tragödie stürzte das Land in tiefe Trauer. Die Sendungen des Staatsfernsehens waren mit einem schwarzen Trauerrahmen versehen. Irans geistliches Oberhaupt, Ayatollah Ali Chamenei, äußerte am Donnerstagabend sein tiefes Bedauern und seine Trauer. Gleichzeitig lobte er den Mut und die Opferbereitschaft der Feuerwehrleute.