Thiem bei Comebackturnier in Madrid im Halbfinale. Dominic Thiem hat trotz mehrwöchiger Spielpause beim Comeback das Halbfinale des mit 3,226 Millionen Euro dotierten Masters-1000-Tennis-Turnier in Madrid erreicht. Im Viertelfinale setzte sich der Weltranglisten-Vierte am Freitag gegen den 2,08 Meter großen US-Aufschlagriesen John Isner in 1:55 Stunden mit 3:6,6:3,6:4 durch. Im Halbfinale trifft Thiem am Samstag auf den Deutschen Alexander Zverev, der den topgesetzten Rafael Nadal mit 6:4,6:4 ausschaltete.

Von APA / NÖN.at. Update am 07. Mai 2021 (18:21)
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Zverev behielt zum dritten Mal in Folge gegen den Weltranglistenzweiten die Oberhand, zum ersten Mal überhaupt auf Nadals Lieblingsbelag Sand. "Es war einer der besten Siege, die ich in meiner Karriere gehabt habe", jubelte der Deutsche im Sky-Interview. Das Duell mit Thiem wird ein echtes Gipfeltreffen und aufgrund des frühen Ausscheidens diverser Akteure ein vorweggenommenes Finale. "Das wird die mit Abstand härteste Prüfung bei diesem Turnier", war sich Thiem bewusst. Die Statistik macht ihm Hoffnung, von bisher zehn Duellen gegen die Nummer sechs der Welt konnte er gleich acht für sich entscheiden.

Besonders in Erinnerung geblieben ist Thiem der Erfolg im US-Open-Finale 2020, wo er nach einem Zwei-Satz-Rückstand noch die Wende herbeigeführt hatte. Auf Sand steht es im Head-to-Head 4:1. "Irgendwie gingen die Matches gegen ihn zuletzt immer in seine Richtung. Ich hoffe, das werde ich morgen ändern", sagte Zverev, der sich im Duell mit dem "vor allem auf Sand sehr starken" Thiem nicht als Favorit sah.Zverev behielt zum dritten Mal in Folge gegen den Weltranglistenzweiten die Oberhand, zum ersten Mal überhaupt auf Nadals Lieblingsbelag Sand. "Es war einer der besten Siege, die ich in meiner Karriere gehabt habe", jubelte der Deutsche im Sky-Interview.

Die einzige Niederlage auf Sand gegen Zverev kassierte der ÖTV-Star allerdings ausgerechnet auf Madrider Boden - im Finale 2018 mit 4:6,4:6. "Da war ich eigentlich chancenlos", erinnerte sich der 27-jährige Niederösterreicher. Im Jahr zuvor war er Nadal im Endspiel unterlegen, er kämpft also am Samstag in seinem vierten Halbfinale um seine dritte Endspielteilnahme bei dem Masters-1000-Event. Und das, obwohl er vor Madrid verletzungsbedingt und wegen Motivationsproblemen rund sieben Wochen pausiert hatte.

Der Lichtenwörther war deshalb über seinen Siegeslauf sehr überrascht. "Natürlich liebe ich die Bedingungen hier. Aber ich habe doch sehr lange nicht gespielt und nun gegen drei völlig unterschiedliche Gegner gewonnen. Das Halbfinale ist daher sensationell. Das war so nicht zu erwarten", verlautete Thiem. Dass nun die größte Aufgabe bisher auf ihn wartet, sei ihm klar. "Beide mögen das hier auch sehr. Ich weiß nicht, ob ich spielerisch bereit bin für diese zwei Kapazunder. Die zwei sind nochmals eine eigene Liga", hatte Thiem schon vor dem Aufeinandertreffen von Nadal und Zverev Respekt vor dem kommenden Gegner gezeigt.

Der ehemalige Top-Ten-Mann Isner erwischte gegen Thiem einen Traumstart und punktete zunächst vor allem mit seinem fast 230 km/h schnellen Aufschlag. Er gefiel allerdings auch von der Grundlinie. Dank eines frühen Breaks hatte der über hundert Kilo schwere Amerikaner aus Dallas Satz eins nach nur 31 Minuten in der Tasche.

Der Schlüsselmoment war dann das über zehn Minuten dauernde fünfte Game im zweiten Satz. Thiem war zunächst in höchster Not, musste einige Breakbälle abwehren, ging letztlich aber nach einigem Kampf doch selbst 3:2 in Führung. Danach nahm er dem erstmals kurz wankenden Amerikaner postwendend den Aufschlag zum 4:2 ab und spielte den Satz nach Hause.

Isners Versuch, danach wie in den beiden Matches davor ins Tiebreak des dritten Satzes zu kommen, ging nicht auf. Denn Thiem breakte seinen nun sichtlich schon müden 36-jährigen Gegner zum 5:4 und servierte souverän aus.

"Dass er einer der besten Aufschläger aller Zeiten ist, habe ich gewusst. Ich war aber überrascht von seiner Returnleistung", hatte Thiem Lob für seinen Gegner. "Ein Break gegen ihn ist, wie mit einem Satzrückstand zu starten. Das war absolut suboptimal", gestand Thiem. "Mit der Abwehr der Breakbälle ist aber das Match gekippt. Danach habe ich mich auch auf seinen Aufschlag besser eingestellt."