Salzburger eröffneten Sturm Chance auf "Winterkrone". Der neue ÖFB-Teamchef Franco Foda könnte Sturm Graz in der Winterpause als Tabellenführer an seinen Nachfolger Heiko Vogel übergeben. Red Bull Salzburg rutschte am Sonntag in der Fußball-Bundesliga mit einem matten 0:0 beim WAC zwei Punkte hinter die Grazer. Dem Titelverteidiger waren die Strapazen aus der zum vierten Mal ohne Niederlage überstandenen Europa-League-Gruppenphase noch anzumerken.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 11. Dezember 2017 (07:23)
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Gegen den WAC reichte es für die Bullen nur zu einem 0:0

"Es ist nicht einfach und auch nicht selbstverständlich, immer alles abrufen zu können", erklärte Salzburg-Trainer Marco Rose. Der Deutsche hatte drei Tage nach dem Europa-League-Gastspiel bei Olympique Marseille (0:0) mehrere Stammkräfte zu Hause gelassen. "Die Jungs, die hier waren, haben 90 Minuten gekämpft - auch wenn vielleicht nicht alles ganz so funktioniert hat."

Die defensive Dreierkette etwa wirkte trotz des zweiten Zu-Null-Spiels in Folge nicht immer sattelfest. Und auch in der Offensive blieben die Salzburger einiges schuldig. "Wir haben ein schweres Spiel erwartet", sagte Rose, blickte aber positiv in die Zukunft: "Wir wollen am Samstag zu Hause noch einen richtig guten Abschluss machen." Bis zum letzten Auftritt vor Jahreswechsel gegen den LASK bleibt den Salzburgern eine Woche Zeit, um zu regenerieren.

Mit dem 0:0 in Wolfsberg war Rose in Anbetracht der Umstände nicht einmal unzufrieden. "Für mich ist das ein gerechtes Remis. Wir können und müssen mit diesem Punkt leben", meinte der 41-Jährige, unter dem die Salzburger nur eines von 34 Pflichtspielen verloren haben - Ende August in Graz (0:1). Seither sind die Bullen bewerbsübergreifend 21 Partien ungeschlagen.

Die Doppelbelastung fordert aber langsam ihren Tribut. "Das ist halt unser Los. Wir sind froh darüber, dass wir alle drei Tage ein Spiel haben", betonte Mittelfeldspieler Xaver Schlager. "Wir haben von vorne herein gesagt, dass wir das nie als Alibi nehmen", ergänzte Rose. "Wir wollen das und wir wollen es gerne noch lange." Ihren Gegner in der ersten K.o.-Runde der Europa League erfahren die Salzburger Montagmittag (13.00 Uhr).

Die Wiener Austria befindet sich nicht mehr im Lostopf. Drei Tage nach dem Europacup-Aus setzte es am Sonntag mit dem 0:1 in Altach den nächsten Rückschlag. Die Wiener, die vor einer Verletzungsserie im Sommer noch gehofft hatten, ein Wort im Kampf um den Titel mitreden zu können, rutschten auf Rang sieben ab. Trainer Thorsten Fink gerät zusehends unter Druck.

23 Punkte sind der geringste Wert, den sein Team in seiner mehr als dreijährigen Amtszeit zu diesem Zeitpunkt der Meisterschaft auf dem Konto gehabt hat. Der Rückstand auf Spitzenreiter Sturm beträgt bereits 21 Zähler. Am Sonntag gastieren die Grazer bei der Austria, können dort mit einem Sieg aus eigener Kraft die "Winterkrone" fixieren.

Von den vergangenen acht Pflichtspielen haben die Wiener nur eines gewonnen. "Verzweifeln tun wir nicht. Aber es ist nun einmal eine Phase, wo wir die Punkte nicht holen", erklärte Fink. "Wir sind natürlich unter Druck. Aber wir haben jetzt eine Woche Zeit, uns auf den Gegner einzustellen, nicht nur einen Tag. Es ist schwierig, wenn man nur einen Tag zur Vorbereitung hat."

Erst am Donnerstag hatte sich die Austria mit einem 0:0 gegen AEK Athen aus dem Europacup verabschiedet. Durch die vielen zusätzlichen Matches seien einige Spieler an ihre körperlichen Grenzen gestoßen. Am Sonntag etwa fiel Tarkan Serbest wegen muskulärer Problemen aus. "Man hat auch gesehen, dass in den entscheidenden Momenten ein wenig die Kraft oder Kondition fehlt", meinte Fink.

Seine persönliche Stellung im Verein sieht der Deutsche, der zuletzt auch Kritik an der Transferpolitik der Austria geäußert hatte, nach dem vierten Pflichtspiel in Folge ohne Sieg nicht gefährdet. "Wenn man in der Öffentlichkeit was sagt und gewinnt dann nicht, ist es immer problematisch", sagte Fink im Sky-Interview. "Jetzt werden wir uns aber auf Sturm Graz vorbereiten eine Woche lang, und dann schauen wir weiter."