Sturm richtete Schäden in Innsbruck an. Sturmwinde haben am Sonntag in Westösterreich für Chaos und Schäden gesorgt. Besonders betroffen vom Föhnsturm war Innsbruck. Die Feuerwehren waren im Dauer-Einsatz, um umgestürzte Bäume aus dem Weg zu räumen oder Baustellen abzusichern. Am Patscherkofel blies der Wind mit weit über 100 Stundenkilometern, am Flughafen Innsbruck mussten zwei Flüge umgeleitet werden.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 10. Dezember 2017 (18:46)
Feuerwehr in Westösterreihc im Dauereinsatz
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In Innsbruck entwurzelte der starke Sturmwind nicht nur Bäume, sondern beschädigte auch einige Hausdächer. Die Feuerwehren wurden sowohl mit Aufräum- als auch mit Sicherungsarbeiten auf Trab gehalten. So riss etwa der Sturm bei einem Gebrauchtwagenhändler einige Zelte aus der Verankerung und blies sie durch die Gegend. Am Patscherkofel übertraf der Wind laut Messstation kurz nach 10.00 Uhr erstmals die 100 km/h-Grenze und steigerte sich weiter bis auf 139 km/h, ehe er am frühen Abend wieder schwächer wurde.

Auch am Flughafen Innsbruck sorgte der Sturm - nicht nur, aber auch - für Durcheinander. Einerseits kam es zu Flugausfällen aufgrund des Schneechaos' in Nordeuropa, andererseits mussten am Nachmittag aber auch Flüge wegen des Föhnsturms umgeleitet werden. Zwischen 14.03 Uhr und 18.28 Uhr (beide Flüge aus Wien) gab es laut Flughafen-Info in Innsbruck keine Landungen, die letzten Starts sollten um kurz vor bzw. nach 19.00 Uhr erfolgen.

Das Land Tirol hat am Sonntagnachmittag angesichts der bevorstehenden Orkanböen eindringlich von Aktivitäten im Wald abgeraten und zu erhöhter Vorsicht im Hochgebirge gemahnt. In den typischen Föhntälern des Tales war noch am Sonntag mit Sturmböen mit bis zu 100 km/h Windgeschwindigkeit zu rechnen. Am Montag sollten die Böen dann noch stärker ausfallen, die Lawinengefahr wird ansteigen.

Am Montag wurden Spitzenwindgeschwindigkeiten von bis zu 90 km/h im ganzen Land erwartet, in den klassischen Föhntälern auch bis zu 130 km/h. In Wäldern bestand durch herabfallende Äste und umstürzende Bäume Lebensgefahr, hieß es seitens des Landesforstdiensts. Auch die Lawinensituation wird sich zuspitzen. "Durch die Kombination von Neuschnee mit stürmischen bis orkanartigen Winden entsteht eine kritische Lawinensituation, bei welcher wir mit einer Lawinenwarnstufe 4 (große Lawinengefahr, Anm.) auf der fünfstufigen Skala rechnen", betonte Rudi Mair vom Lawinenwarndienst. Von Skitouren, Variantenfahrten und Aktivitäten im freien Gelände sei dringend abzuraten.

Die Sturmwinde führten auch in Vorarlberg zu zahlreichen Feuerwehreinsätzen. Bis 16.00 Uhr wurden 34 Einsätze registriert, teilte die Rettungs- und Feuerwehrleitstelle (RFL) auf APA-Anfrage mit. Im spektakulärsten Fall stürzte in Bürs (Bez. Bludenz) ein Baum auf das Fahrzeug eines belgischen Ehepaars. Verletzt wurde aber zunächst niemand, so die Polizei.

Die Feuerwehr-Einsätze konzentrierten sich laut RFL vor allem auf die Rheindelta-Gemeinden Gaißau und Höchst sowie auf deren Nachbarn Lustenau und Hohenems. Schwerwiegende Zwischenfälle blieben vorerst aus. Man habe es mit "typischen Sturmschäden" wie eben umgestürzten Bäume zu tun gehabt, hieß es bei der RFL. Auch in Vorarlberg herrschte erhebliche Lawinengefahr.