Aus VP Tirol wird am Stimmzettel "MATTLE"

Erstellt am 06. August 2022 | 08:46
Lesezeit: 3 Min
Die Kurzbezeichnung am Stimmzettel ist auf Mattle "zugeschnitten".
Die Kurzbezeichnung am Stimmzettel ist auf Mattle "zugeschnitten".
Foto: APA/EXPA/JOHANN GRODER
Die mit schlechten Umfragewerten kämpfende Tiroler ÖVP wartet auf dem Stimmzettel für die Landtagswahl am 25. September mit einer Überraschung auf: Sie kandidiert in der Kurzbezeichnung mit "MATTLE", dem Namen ihres Spitzenkandidaten Anton Mattle, statt wie bisher mit "VP Tirol". In der Langform, der Bezeichnung der Wählergruppe auf dem Zettel, kommt dann die ÖVP ins Spiel mit: "Anton Mattle Tiroler Volkspartei".
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Bei der letzten Landtagswahl im Jahr 2018 war in der Kurzbezeichnung noch "VP Tirol" und in der Langbezeichnung "Landeshauptmann Günther Platter Tiroler Volkspartei" gestanden. Die Landespartei macht damit ihre Wahlkampf-Strategie auch "schwarz auf weiß" sichtbar: Alles auf den neuen Frontmann und Parteichef zu fokussieren - und ihn erst einmal bekannter zu machen. Letzteres dringendes Vorhaben hatte Landesgeschäftsführer Martin Malaun zuletzt auch gegenüber der APA ins Treffen geführt. Mattle, langjähriger Bürgermeister von Galtür, gilt vor allem im Oberland als bekannt und auch beliebt, im städtischen Bereich sowie im Tiroler Unterland scheint es an der Bekanntheit jedoch noch zu mangeln. Auch eine Distanzierung von der derzeit durch diverse Affären beschädigten Marke ÖVP wird von politischen Mitbewerbern ins Spiel gebracht.

Bei der Tiroler ÖVP sieht man indes nichts Besonderes. Er führe die Tiroler ÖVP in die Wahl, jeder wisse das, erklärte Mattle: "Die TirolerInnen sollen wissen, welche Partei sie in den Landtag und wen sie zum nächsten Landeshauptmann wählen." Ein Spitzenkandidat brauche seine Partei, die Partei brauche aber auch ihren Spitzenkandidaten. "Beides hat in unserer Wahlkampagne Platz und beides findet sich auch auf dem Stimmzettel wieder. Wer mich kennt, der weiß, in welcher Partei ich zu Hause bin", sagte der Wirtschaftslandesrat der "Tiroler Tageszeitung" und verwies auf die Listenbezeichnung "Anton Mattle Tiroler Volkspartei" am Stimmzettel.

Die Vorgangsweise sei zudem vorher mit der Wahlbehörde abgeklärt worden, damit die ÖVP nicht als neue Liste gewertet wird und sich am Stimmzettel nicht plötzlich woanders wiederfinde. Die Wählergruppe sei ident mit jener aus dem Jahr 2018, so die ÖVP.

Häme kam vom politischen Gegner. FPÖ-Chef Markus Abwerzger sah die ÖVP aus der politischen Landschaft in Tirol "verschwunden": "Man schämt sich also schon so sehr, dass man den Namen ÖVP gar nicht mehr führen will." Der 25. September bleibe der "Tag der Abrechnung". SPÖ-Vorsitzender Georg Dornauer ortete indes ein Verstecken der ÖVP auf den Stimmzetteln. Und auch der grüne Koalitionspartner fand wenig schmeichelnde Worte: Landtagsabgeordneter Michael Mingler meinte auf Twitter, dass die eigene Partei offenbar mittlerweile "dank diverser Affären zur Parteienfinanzierung" so negativ gesehen werde, dass sie aus der Kurzbezeichnung verschwinden müsse.