Architekt Wilhelm Holzbauer 88-jährig gestorben. Der bekannte österreichische Architekt Wilhelm Holzbauer ist heute, Samstag, im Alter von 88 Jahren in Wien verstorben. Entsprechende Meldungen des ORF bestätigte Holzbauers Witwe Mari gegenüber der APA. Bundespräsident Alexander Van der Bellen, Kulturminister Alexander Schallenberg, Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka und die Universität für angewandte Kunst Wien würdigten den Verstorbenen.

Von APA Red. Erstellt am 15. Juni 2019 (22:48)
APA (Archiv)
Holzbauer genoss weltweiten Architektur-Ruhm

Holzbauer zählte zu den prominentesten, aber auch am meisten beschäftigten heimischen Architekten. Allein in Wien baute er u.a. Bürobauten in der Lasallestraße, den Andromeda-Turm auf der Donauplatte, ein Einkaufszentrum am Kärntner Ring oder die neue Fassade der Volksoper. In seiner Geburtsstadt Salzburg, wo er am 3. September 1930 zur Welt kam, gestaltet Holzbauer das Stadtbild nicht unwesentlich mit. Dort stehen seine wichtigsten frühen Bauten, etwa die Kirche in Parsch oder das Bildungshaus St. Virgil, so wie mehrere Bürogebäude, die Naturwissenschaftliche Fakultät und das 2006 eröffnete "Haus für Mozart" im Festspielbezirk.

Von 1977 bis 1998 hatte er eine Professur an der heutigen Universität für angewandte Kunst in Wien inne, von 1987 bis 1991 war er deren Rektor. 2000 wurde er mit dem Großen Österreichischen Staatspreis ausgezeichnet. Erst im Vorjahr ging er bei seiner Firma "Holzbauer & Partner Architekten" in den Ruhestand.

Van der Bellen würdigte Holzbauer als "bedeutenden österreichischen Architekten, der etwa Wien durch die Gestaltung der Fußgängerzone Kärntnerstraße mitgeprägt hat, aber auch international sowie in der Lehre tätig war". Kulturminister Schallenberg bezeichnete Holzbauer als "großen und wegweisenden Architekten". "Ob das Design der Wiener U-Bahnen, Teile des Festspiel-Bezirkes in Salzburg oder das Landhaus in Bregenz: Holzbauers Architektur prägt unseren Alltag wie kaum ein anderes Schaffen eines österreichischen Architekten", betonte er. "Vor allem in Salzburg und Wien ist das Schaffen Holzbauers allgegenwärtig." Sobotka betonte, dass Holzbauer "Generationen von Künstlerinnen und Künstlern geprägt und inspiriert" habe.

Der Rektor der "Angewandten", Gerald Bast, erinnert auch an die Tätigkeit Holzbauers als Hochschullehrer. Er habe nicht nur als Architekt "Großes" geleistet, "sondern er bereitete insbesondere als Universitätsprofessor eine Vielzahl von Studierenden auf eine erfolgreiche Architekturkarriere vor", würdigte der Rektor das verstorbene Ehrenmitglied der Universität. "Seine Persönlichkeit, die von Energie und Enthusiasmus gekennzeichnet war, wird unvergessen bleiben."