VCÖ warnt vor "toten Winkeln". Nach dem tödlichen Schulwegunfall am Donnerstag bei dem in Wien ein Kind am Schutzweg von einem rechtsabbiegenden Lkw tödlich verletzt wurde, hat der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) verstärkte Maßnahmen gegen den "toten Winkel" gefordert. Konkret brauche es eine verpflichtende Nachrüstung mit Abbiegeassistenten und Spiegel, auf EU-Ebene die raschere Umsetzung der Vorgaben für neue Lkw.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 01. Februar 2019 (12:00)
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Der tote Winkel ist für Lenker nicht einsehbar

Beim "toten Winkel" handelt es sich um jenen Bereich rund um Fahrzeuge, der für die Lenker nicht einsehbar ist. Der VCÖ erinnerte daran, dass die Forderung, alte Lkw mit Sicherheitssystemen nachzurüsten, schon seit Jahren besteht, um diesen Bereich möglichst zu reduzieren. Der Verkehrsclub wies auf die großen Unterschiede zwischen Lkw-Modellen hin: Während manche Lkw tote Winkel von bis zu 1,9 Meter haben, weisen andere fast keine uneinsehbaren Stellen auf. Zudem gebe es bereits Lkw, die ihrem Fahrer einen sicheren Rundumblick ermöglichen.

"Alle Entscheidungsverantwortlichen sind nun gefordert, Maßnahmen zu setzen, damit solche schrecklichen Unfälle in Zukunft nicht mehr passieren", sagte VCÖ-Experte Markus Gansterer am Freitag in einer Aussendung. Im Vorjahr waren nach vorläufigen Daten Lkw an 14 tödlichen Fußgänger- und Radfahrerunfällen beteiligt.

Die EU-Verkehrsminister haben zuletzt Änderungen beschlossen, die aber erst für neue Lkw ab dem Jahr 2027 gelten, schrieb der VCÖ. Gansterer forderte jedoch eine raschere Einführung der verbesserten Sicherheitsbestimmungen. In den Städten und Gemeinden seien zudem zusätzliche Maßnahmen nötig, um Ablenkungen zu verhindern. Genannt wurde die Entfernung von Werbetafeln aus Kreuzungsbereichen und die Ausweitung der Halte- und Parkverbote vor Schutzwegen von fünf auf zehn Meter, um die Sicht auf Fußgänger zu verbessern.

"Gerade in den Städten und Gemeinden brauchen wir ein fehlertolerantes Verkehrssystem. Ein menschlicher Fehler darf nicht zu fatalen Folgen führen", betonte Gansterer. Geringere Geschwindigkeiten und erhöhte Aufmerksamkeit sind dafür wichtig. Darüber hinaus seien gerade in Städten Maßnahmen wichtig, um die Anzahl der Lastwagen durch urbane Logistikmaßnahmen zu reduzieren - das Potenzial dafür sei groß.