Olympia-Verschiebung könnte unvermeidbar werden. Eine Verschiebung der für diesen Sommer geplanten Olympischen Spiele in Tokio wegen der Corona-Pandemie könnte nach Einschätzung des japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe unter Umständen "unvermeidbar" werden. Er sagte am Montag bei einem Treffen mit Parlamentariern, er bekenne sich nach wie vor zur Veranstaltung "vollständiger" Sommerspiele.

Von APA, Redaktion. Erstellt am 23. März 2020 (07:10)
Binnen vier Wochen soll eine Entscheidung über Spiele stehen
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Doch zum Schutz der Gesundheit der Athleten "könnte es unvermeidbar werden, dass wir eine Entscheidung zur Verschiebung treffen". Es war das erste Mal, dass Abe die Möglichkeit einer Verschiebung der Spiele einräumte. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte wenige Stunden zuvor angekündigt, binnen vier Wochen über eine Verschiebung der Spiele zu entscheiden. Eine vollständige Absage des sportlichen Großereignisses schloss IOC-Präsident Thomas Bach in einem Brief an die Sportler jedoch aus. Auch Abe sagte, eine Absage sei "keine Option".

Kanada will keine Sportler zu den Olympischen Sommerspielen schicken. Dies gab das Nationale Olympische Komitee Kanadas (COC) am Sonntagabend auf Twitter bekannt. Die "schwierige Entscheidung" sei mit Zustimmung von Sportverbänden und der Regierung getroffen worden. Auch die Teilnahme an den Paralympischen Spielen 2020 sei abgesagt worden. COC rief das Internationale Olympische Komitee dazu auf, die Spiele um ein Jahr zu verschieben. Nichts sei wichtiger als die Gesundheit und der Schutz der Sportler und der Weltgemeinschaft, heißt es in der Mitteilung. Die Spiele in Tokio sind vom 24. Juli bis 9. August 2020 terminiert.

Die Entscheidung über die Spiele liegt beim IOC. Der Druck auf die Organisation war zuletzt gewachsen: Mehrere wichtige nationale Verbände in der ganzen Welt, darunter der mächtige US-Leichtathletikverband, forderten eine Verschiebung. Zahlreiche andere sportliche Großereignisse wie die für Juni/Juli geplante Fußball-Europameisterschaft wurden wegen der Corona-Krise bereits verschoben.