136 Vermisste nach Sturzflut in Indien für tot erklärt. Bei der schweren Sturzflut in Indien vor mehr als zwei Wochen gehen die Behörden von insgesamt 204 Toten aus. Neben den 68 gefundenen Leichen werden 136 Vermisste für tot erklärt, wie die Behörden am Dienstag mitteilten. Dieser Prozess soll demnach rund einen Monat dauern. Am 7. Februar war ein riesiger Gletscher von einem Berg abgebrochen und in einen Fluss gestürzt. Das Unglück ereignete sich auf gut 2.000 Metern Höhe im nördlichen Bundesstaat Uttarakhand.

Von APA / NÖN.at. Erstellt am 23. Februar 2021 (11:49)
Insgesamt 204 Todesopfer vermutet
APA/dpa

Der Gletscherabbruch löste eine Sturzflut aus, deren Schlamm- und Wassermassen zwei Elektrizitätswerke, Brücken, Straßen sowie Häuser beschädigten. Opfer wurden weggewaschen oder von Trümmern begraben. Rund 35 Mitarbeiter eines Elektrizitätswerkes wurden in einem Tunnel eingeschlossen.

Normalerweise werden Menschen, die nach einer Naturkatastrophe in Indien vermisst werden, erst nach sieben Jahren für tot erklärt, wie ein hochrangiger Mitarbeiter des Katastrophenschutzes des betroffenen Bundesstaates Uttarakhand sagte. Sie hätten sich aber bei dieser besonders schlimmen Tragödie entschieden, früher Todeszertifikate auszustellen, um den Prozess der Entschädigungen der Familien der Opfer zu beschleunigen. Dies helfe den Angehörigen bei rechtlichen Angelegenheiten im Zusammenhang mit den Opfern. Die Suche nach Vermissten solle dennoch weitergehen, obwohl die Chance Lebende zu finden, sehr gering sei.

Einige indische Wissenschafter gehen davon aus, dass die Sturzflut mit dem Klimawandel und Gletscherschmelzen sowie der raschen Entwicklung der Region zusammenhängen könnten. So hat der Bau von breiteren Straßen und Kraftwerken die Region womöglich gefährdeter gemacht. In der hügeligen Landschaft gibt es immer wieder Unglücke.