Schmidts neues Zuhause im Fußball-Mutterland. Der Eisenstädter Neo-Legionär Patrick Schmidt will sich beim Barnsley FC, den „Tykes“ (den Kötern), durchsetzen.

Von Martin Ivansich. Erstellt am 14. August 2019 (06:12)
BVZ
Patrick Schmidts neuer Arbeitsplatz ist das Oakwell Stadium in Barnsley. Der Offensivmann aus dem Burgenland hat einen VierjahresVertrag bis 2023 mit Option auf ein weiteres unterschrieben. Seit Montag steht Schmidt bei den „ Tykes“ (die Köter) — wie Barnsley auch genannt wird — im Training.Barnsley FC

Am 8. August schloss in den englischen Profi-Ligen das Transferfenster, gleichzeitig öffnete sich für den Eisenstädter Patrick Schmidt eine große Tür: Barnsley FC aus der Football League Championship (die zweithöchste Liga in England) sicherte sich kurz vor Ende der Transferzeit die Dienste des 21-Jährigen vom Bundesliga-Klub Admira — ein Last Minute-Transfer, der aber durchaus geplant war.

Seit Winter stand Schmidt „unter Beobachtung“ beim Traditionsverein aus der Grafschaft Yorkshire, der sich bei der Ablöse auch nahe der Schmerzgrenze bewegte. Für „Pipo“, so wie Österreichs U21-Teamspieler genannt wird, ein wahrgewordener Traum: „Man spielt ja schon als Kind den Gedanken durch, einmal im Ausland zu kicken. Jetzt ist es soweit. Die Vorfreude ist riesig, auch wenn mir bewusst ist, dass es in England nicht einfach wird.“ Nicht nur sportlich wird es eine Umstellung für den Goalgetter, auch abseits des Spielfelds wird sich sein Leben ändern.

„Starthilfe“ dank Goalie und Trainer

„Das ist die erste Station, bei der ich nicht mein gewohntes Umfeld, also Familie und Freunde, um mich habe. Darauf muss man sich als Profi einstellen, auch wenn es logischerweise eine große Veränderung darstellt“, blickt er einer ungewohnten, aber spannenden Zeit entgegen.

Leichter gemacht wird der Beginn der Legionärs-Laufbahn aber dank der Teamkollegen auf der britischen Insel. Mit Torhüter Samuel Sahin-Radlinger hat Schmidt auch einen österreichischen Landsmann im Team. Coach Daniel Stendel und Kapitän Mike Bähre sind Deutsche. „Das ist sicher kein Nachteil, wenn man sich in der Mannschaft auch mal auf Deutsch unterhalten kann“, meint „Pipo“, der am Montag erstmals mit seinem neuen Team mittrainierte: „Die Mannschaft hat mich hervorragend aufgenommen, das macht den Start schon einmal einfacher.“

Die Zielsetzung des Klubs, der in der vergangenen Saison in die Championship aufstieg, ist der Klassenerhalt, Schmidts persönlicher Fokus: „Mich mit guten Leistungen für die Mannschaft empfehlen. Der Spielstil, den der Trainer bevorzugt, liegt mir. Schnelles Spiel in die Tiefe, da sehe ich auch meine Stärken.“

Neben seinem gewohnten Umfeld muss Schmidt in England auch auf seine gewohnte Rückennummer 16 verzichten, die er genau so wie sein Cousin Philipp Hosiner von Sturm Graz, bislang trug: „Die Nummer 16 war leider schon vergeben, bei Barnsley habe ich jetzt die 19. Das wurde aber mit Hosi vorher abgesprochen“, so ein schmunzelnder Schmidt, der sich von seinem „Idol“ nach wie vor immer wieder Ratschläge holt, so auch für seine England-Station. „In erster Linie bin ich sehr stolz auf ihn“, sagt Hosiner, der für seinen jüngeren Cousin folgenden Tipp parat hat: „Klar wird es jetzt noch einmal intensiver für ihn, aber wenn er seinen Weg so weitergeht und so fokussiert bleibt, dann kann er auch bei Barnsley eine richtig gute Rolle spielen.“